Drei Ansätze zur strategischen Steuerung
Aufgrund der Entwicklungen in der Praxis und der Forschung seit Anfang der 1990er Jahre, lassen sich drei zentrale Ansätze der strategischen Steuerung unterscheiden.
- Der „programmatische“ oder „ballistische“ Ansatz
Er ist gekennzeichnet durch deduktives Vorgehen, das Sammeln von Informationen und anschließende Berechnungen sowie den Einsatz von Optimierungsmethoden (Algorithmen). Er liegt auch dem klassischen „Zyklus der kontinuierlichen Verbesserung“: Aktionsplan – Umsetzung – Kontrolle – Anpassungen zugrunde (Jeanneaux, 2010). Es handelt sich um einen normativen, quasi mechanischen Ansatz, der auf einer Ex-ante-Programmierung beruht.
Er kommt grundsätzlich bei einer „Komplexität der Fülle“ zum Tragen, d. h. wenn a priori viele Lösungen existieren und die Mittel, um sie alle zu untersuchen, begrenzt sind.
DER PROGRAMMATISCHE ANSATZ
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- Der handlungsbasierte Ansatz
Dieser Ansatz konzentriert sich auf das Handeln und setzt auf die Schaffung einer „spontanen Ordnung“, die aus „mikroskopischen“ oder lokalen, nicht organisierten oder durch eine definierte Strategie gerahmten, Handlungen hervorgeht. In diesem Fall ähneln der Erwerb und die Entwicklung der mobilisierten Ressourcen „eher unbewussten und kontingenten Lernprozessen als spezifischen, zweckgebundenen und freiwilligen strategischen Handlungen“ (Lorino & Tarondeau, 1998).
- Der Ansatz der emergenten Strategie ( «auf dem Weg» auftauchende und sich fortwährend entwickelnde Strategie)
Der Sinn dieses Ansatzes besteht darin, ständig auf die Kohärenz und Konvergenz der Handlungen und Entscheidungen zu achten, die langfristig bindend sind. Es geht darum, die Strategie im Laufe ihrer Umsetzung auf „agile“ Weise anzupassen, „seinen Weg Schritt für Schritt unter Bezugnahme auf bestimmte Zielsetzungen zu bauen und dabei die entstehenden Situationen zu nutzen“ (Avenier, 1999). Der Ansatz ist induktiv, interaktiv und dynamisch. Es handelt sich um einen nicht-linearen Ansatz, „der gleichzeitig aus Fortschritten, Simultanitäten und Rückschlägen besteht“ (Michaud & Guichard, 1994).
Dieser Ansatz eignet sich für Situationen, in denen eine „Bedeutungskomplexität“ vorliegt: unklare, zweideutige Ziele; zahlreiche, aggregierte Daten, Informationen, die erst aufgebaut werden müssen; hohe, konfliktträchtige Einsätze, dauerhafte Auswirkungen; Vielfalt der Auswahlkriterien; geringe Anzahl an denkbaren und praktikablen Lösungen (Martinet, 1993). Man sucht nach einer guten Lösung und nicht nach der optimalen Lösung. In der Landwirtschaft ist dies die bevorzugte Methode. Weitere Infos hier.
DIE AUFTAUCHENDE STRATEGIE
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| Ballistischer Ansatz | Agiler Ansatz |
|---|---|
| Planung
Im Voraus Starrer Plan Stabile Umgebung Rationalität Logisches Vorgehen Linearer Prozess |
Weg
Im Nachhinein Flexibler Plan Instabilität und Ungewissheit Inkrementelles Vorgehen Dynamischer Prozess Iterativer Prozess |