Merkmale einer strategischen Steuerung «on the go /along the way/auf dem Weg»

Die konkreten Aktivitäten einer strategischen Steuerung «auf dem Weg» («chemin faisant») sind langfristig angelegt und ergänzen die Aktivitäten der laufenden Unternehmenssteuerung oder die Umsetzung eines definierten Projekts. Es geht dabei darum, neue Chancen und Herausforderungen zu erkennen, Entwicklungen zu verfolgen und daraus Konsequenzen zu ziehen, indem der laufende „Aktionsplan“ angepasst wird, gegebenenfalls neue Studien durchgeführt oder sogar eine „neue Strategie“ entwickelt wird (Michaud & Guichard, 1994). Grundsätzlicher geht es darum, bekannte und plötzlich eintretende Entwicklungen zu kombinieren (Avenier, 1999).

Strategische Reflexion und strategische Steuerung sind beides fortlaufende Prozesse. Dabei wechselt man immer wieder zwischen logisch-analytischem Denken und erfahrungs- bzw. intuitionsbasiertem Denken. Im strategischen Bereich beeinflussen sich Nachdenken, Entscheiden und Handeln ständig gegenseitig. Sie laufen nicht in einer festen Reihenfolge ab, sondern wirken immer wieder aufeinander zurück. (vgl. Teil Strategische Intuition).

REFLEXION, ENTSCHEIDUNG, HANDLUNG

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Torset (2005)

GEGENSEITIGE BEREICHERUNG DER VERGANGENHEIT, DER GEGENWART UND DER ZUKUNFT

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​​ (Michaud & Guichard, 1994)​

Strategisches Handeln verbindet also bewusstes, langfristig geplantes Vorgehen mit Kreativität, Intuition, neuen Entwicklungen und dem Erkunden von Möglichkeiten (Torset, 2005). Strategie entsteht daher nicht nur durch Planung, sondern auch durch Erfahrungen und Anpassungen im Verlauf des Handelns.

Die Entwicklung und Umsetzung einer Strategie sind eng miteinander verknüpft. Eine Strategie wird im Alltag durch Entscheidungen, Verhandlungen und laufende Anpassungen kontinuierlich weiterentwickelt (Dameron & Torset, 2012).

Strategisches Denken bedeutet außerdem, zwischen gegensätzlichen und zugleich einander ergänzenden Polen zu navigieren. Ein Beispiel ist die Situation eines Landwirts: Einerseits möchte er als freier Unternehmer handeln, andererseits muss er gesetzliche Vorgaben einhalten.

Eine flexible und offene Denkweise ist eine wichtige Voraussetzung für strategisches Lernen. Sie ermöglicht den Wechsel zwischen langfristigen Zielen (Vision) und konkretem Handeln im Alltag. Dadurch werden Erfahrungen aus der Vergangenheit, die Anforderungen der Gegenwart und die Erwartungen an die Zukunft miteinander verknüpft. Wie Michaud und Guichard (1994) formulieren: „Der Unternehmer muss das Unternehmen in seinem Verlauf betrachten, der sich aus der Vergangenheit und den Erwartungen ergibt, wobei er weiß, dass nur die Gegenwart real ist.“ (Michaud & Guichard, 1994).

„Strategisches Handeln und Verhalten kann nur durch die Erfahrung von Komplexität erobert werden“ (Martinet, 1993).

Siehe auch hier: Komplexität verstehen