Es gibt keine allgemeingültigen Regeln oder „perfekten“ Lösungen für die Überbetriebliche Zusammenarbeit. Organisation, Kommunikation oder die Gewinnteilung innerhalb einer Gemeinschaft können den Bedürfnissen der Beteiligten angepasst werden. Was einmal beschlossen wurde, kann auch abgeändert und neu gestaltet werden. Diese Seite soll illustrieren, welchen Spielraum Sie für die Ausgestaltung Ihres Kooperationsprojektes haben und wie Regelungen und Vertragsinhalte einer Kooperation Ihren Wünschen angepasst und auch bei Bedarf verändert werden können.

Klicken Sie einfach auf das Element, welches Sie interessiert und erfahren Sie, wie andere Betriebsleiterinnen und Betriebsleiter dieses ausleben, gestalten, und möglicherweise sogar abändern.

In Situationen, in denen vertragliche oder operative Anpassungen der Arbeitsweise nicht erwünscht oder nicht hilfreich sind, kann es sinnvoll sein, Konflikte in Begleitung einer Fachperson oder einer Mediatorin/eines Mediators versuchen zu lösen. Unter Umständen kann – auch wenn keine Konflikte vorhanden sind – eine Auflösung der Gemeinschaft für die Beteiligten am besten geeignet sein. Was sich in welcher Situation eignet, kann auch mit Hilfe einer professionellen Beratungsperson abgeklärt werden.

Untenstehend finden Sie hilfreiche Sammlungen von Dokumenten und Adressen, die die Lösung von Konflikten sowie auch die Auflösung einer Gemeinschaft erleichtern können.

Wo Menschen zusammen arbeiten, kann vieles schief gehen: es passieren Unfälle oder der Absatzmarkt bricht ein, es werden Fehler gemacht oder Vereinbarungen nicht eingehalten, es kommt zu Meinungsverschiedenheiten und Missverständnisse, etc. Das ist normal und noch kein Grund zur Besorgnis – aber es ist sehr wichtig, dass die betroffenen Partnerinnen und Partner in solchen Situationen richtig reagieren und verhindern, dass aus kleinen Missgeschicken kostspielige Fehlentwicklungen oder aus unterschiedlichen Lagebeurteilungen dauernde Streitereien entstehen.

Unten sind wichtige Ressourcen zur allgemeinen Konflikttheorie, aber auch praktische Ratschläge für die Lösung von ernsthaften Konflikten in Ihrer Kooperation aufgeführt. Zusätzlich finden Sie hier auch Detailinformation zur Konfliktlösung für verschiedene Zusammenarbeitsformen

Website Konflikttheorie 

Tritt ein massiver oder chronischer Konflikt auf, kann ja nach Eskalationsstufe wie folgt vorgegangen werden:

1. Wenn Vertrauen und Kommunikation innerhalb der Gemeinschaft grundsätzlich noch intakt sind:
Eine Aussprache zwischen den betroffenen Personen vereinbaren. Dazu genügend Zeit an einem Ort einplanen, wo man nicht gestört werden kann. Während der Aussprache die Regeln für faire Gespräche ganz besonders beachten. Allenfalls beschlossene Massnahmen in einer Versuchsphase prüfen und danach deren Wirkung gemeinsam besprechen und wenn nötig anpassen.

2. Wenn das Vertrauen oder die Gesprächskultur zwar gefährdet sind, aber noch einigermassen funktionieren:
Eine Aussprache mit allen Gesellschafter/innen vereinbaren, um den Streitpunkt wenn möglich intern auszuräumen. Während der Aussprache die Regeln für faire Gespräche ganz besonders beachten. Sich vorgängig über die Ziele des Treffens einigen und dessen Ergebnisse protokollieren. Die beschlossenen Massnahmen in einer Versuchsphase prüfen und danach deren Wirkung gemeinsam besprechen und wenn nötig anpassen.

3. Wenn das Vertrauen gelitten hat und die offene Kommunikation nicht mehr selbstverständlich ist:
Professionelle Unterstützung (Mediation, Coaching, Schlichtung) zur Konfliktlösung beiziehen und dafür das explizite Einverständnis aller Gesellschafter/innen einholen. Mit den Fachleuten die Ziele der Beratung klären und einen Zeit- und Kostenrahmen vereinbaren. Konstruktiv am Gesprächsprogramm der beigezogenen Fachperson teilnehmen und ernsthaft versuchen, die beschlossenen Massnahmen umzusetzen.

4. Wenn das Vertrauen zerrüttet ist und die offene Kommunikation nicht mehr funktioniert:
Zuerst mit einem Coaching prüfen, ob für die Gemeinschaft noch eine Rettungschance besteht. Falls ja beim vorherigen Punkt ansetzen.
Andernfalls nicht zögern, den Austritt eines Mitglieds oder die Auflösung der Gemeinschaft anzupacken. Dazu empfiehlt sich der Beizug einer Fachberatung, denn gerade bei der vorzeitigen Auflösung ist Fairness und Klarheit unter den Partnern oberstes Gebot. Oft braucht es dazu die Unterstützung sowohl einer Moderatorin/eines Coaches wie auch eines Treuhänders/einer Betriebswirtschaftsberaterin. Diese Investition lohnt sich aber auf jeden Fall. Denn ein chaotisches Ende, das sich unter Streitigkeiten hinzieht, wird nicht nur deutlich mehr kosten, sondern auch tiefe emotionale Wunden hinterlassen.

Auch bei der Auflösung dem Programm der Fachberatung konstruktiv folgen und die beschlossenen Massnahmen und Aufgaben ernsthaft und speditiv umsetzen. Wird die Auflösung einer Kooperation sauber und zügig angepackt, können sich die ehemaligen Partner-/innen viel schneller wieder auf die eigenen Beine stellen und ihre Zukunft unbelastet neu gestalten.

Die untenstehenden Dokumente beinhalten jeweils detaillierte Informationssammlungen zur Lösung von Konflikten in verschiedenen Formen der überbetrieblichen Zusammenarbeit.

Wie läuft der Ausstieg aus einer Kooperation ab? Was passiert, wenn ein Ausstieg durch Invalidität oder Tod eines Mitglieds zwingend wird? Wie ist dann die Erbteilung geregelt? Antworten auf diese Fragen sowie weitere wichtige Informationen rund um den möglichen Ausstieg aus einer Zusammenarbeit finden Sie hier, jeweils gegliedert in Detaildokumente für verschiedene Zusammenarbeitsformen.

Das Einholen einer objektiven Meinung ist wichtig und führt auch meist zur schnelleren Findung einer für alle Beteiligten optimalen Lösung. Untenstehend finden Sie einige Beratungsangebote, die Ihnen bei allgemeinen Fragen zur Betriebsführung (Bau, Energie, Direktzahlungen, etc.), aber auch bei der Mediation von Konflikten oder beim Coaching von Gesprächen behilflich sein können.


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