Betriebszweiggemeinschaft – Alle Praxisbeispiele (PDF)

Kontakt

Familie Burch – von Ah
Furri
6074 Giswil
www.bzg-erdfur.ch

Eckdaten

Entstehung: Sepp von Ah konnte die Fläche vergrössern. Daher war sein Stall zu klein geworden. Erste Anfrage betreff Überbetriebliche Zusammenarbeit mit Thomas Burch

Entschluss: Betrieb von Ah wird auch auf Bio umgestellt, Neuer Stall für Milchvieh wird bei Sepp gebaut, der Stall von Burch wird für Jungvieh angepasst.

Es wurde eine BZG und keine BG gegründet, da man auf die 12 GVE Nutzungsrechte auf der Alp pro Betrieb angewiesen war. Bei Gründung einer BG würden diese auf 12 GVE für den gesamten Betrieb reduziert.Auch die Pachtflächen des Korporationslandes können so optimiert werden

Gründung: 2011
Rechtsform: Einfache Gesellschaft
Laufzeit: 12 Jahre
Gesellschafter: Thomas Burch und Sepp von Ah
Gemeinsame Betriebszweige: Gemeinsame Milchwirtschaft und Blueberry-Anlage
Betriebszweigdaten: Gut 30 Kühe (bei Sepp von Ah) undca. 28 Rinder & Jungvieh (bei Thomas Burch), Schafe und Burenziegen (bei Thomas Burch), ca. 40 ha LN,Produktion von Blueberry 24 Aren
Organisation: Grundsätzlich werden Arbeiten gemeinsam und mit flexibler Ablösung untereinander erledigt. Strategisch sind die Verantwortlichkeiten wie folgt aufgeteilt:

  • Sepp von Ah: Kühe, Mechanisierung, Stierhaltung
  • Thomas Burch: Jungvieh, Schafe und Ziegen Administration und Beeren

Anschaffungen oder Ausgaben unter 2000 Franken werden meist selbständig durch die Betriebsleiter getätigt. Wenn dieser Wert überschritten wird, erfolgt vorher eine gemeinsame Besprechung.

Gemeinsame Bauten: Sowohl der Milchviehstall auf dem Betrieb von Sepp von Ah sowie auch der Jungviehstall auf dem Betrieb von Thomas Burch wurden auf eigene Rechnung gebaut, innerhalb der BZG jedoch gemeinsam abgeschrieben.

Futtermittel für gemeinsame Betriebszweige werden über die BZG-Kasse erworben, für selbständig geführte Betriebszweige auf eigene Rechnung.

Gewinnteilung / Lohnauszahlung: Es werden keine Stunden aufgeschrieben, grundsätzlich erfolgt die Aufteilung an beide Partner zu gleichen Teilen. Bringt jemand mehr Eigenkapital ein oder bezieht jemand mehr Geld aus der BZG-Kasse, werden die Auszahlungen entsprechend angepasst.

Beispiel: Letztes Jahr arbeitete Thomas Burch mehr in der Blueberry-Anlage als Sepp von Ah, die Aufteilung der Auszahlungen erfolgte daher nach 323 Arbeitstagen  für Thomas Burch, und 305 Arbeitstage für Sepp von Ah.

Kommunikation: Keine festgelegten Sitzungen Absprachen je nach Jahreszeit und gemeinsamen Arbeiten. Wichtig ist das gegenseitige Vertrauen und nicht jedes Detail zu hinterfragen. .Grosser Vorteil dieser Zusammenarbeit ist, dass beide Betriebe (Familien) unabhängig voneinander wohnen und jeder seinen eigenen Stall hat und dort so seine eigenen Ideen (Arbeitweise) verwirklichen kann.