Nutzungsarrondierung

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Nutzungsarrondierung2020-12-07T08:28:52+01:00
effizientere Bewirtschaftung – zusammenhängende Parzellen – nur Bewirtschaftungsänderung – unverändertes Eigentum

Die Nutzungsarrondierung – auch Bewirtschaftungsarrondierung genannt – ist ein Instrument zur Optimierung und Anpassung der Bewirtschaftung und Nutzung des ländlichen Raums. Sie basiert auf einer freiwilligen Teilnahme der Bewirtschafter/innen und berücksichtigt deren Pacht- und Eigenland. Am Grundeigentum ändert sich bei einer Nutzungsarrondierung nichts; das Eigenland wird möglicherweise aber nicht mehr selber bewirtschaftet. Bauliche Massnahmen werden in diesem Verfahren nicht durchgeführt.

Durch den Einbezug von Eigen- und Pachtland verbessert eine Nutzungsarrondierung die Bewirtschaftungsverhältnisse massgeblich, da grössere und rationeller bewirtschaftbare Parzellen geschaffen werden.

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Alle Informationen (pdf)
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Video folgt. 

Das Video über praktische Erfahrungen zur Nutzungsarrondierung ist zurzeit in Bearbeitung und daher noch nicht verfügbar. Wir arbeiten daran, das Video schnellstmöglich fertigzustellen. 

Schauen Sie sich in der Zwischenzeit bereits verfügbare Erfolgsgeschichten an:

Fruchtfolgegemeinschaft – FFG Bachmann-Schläpfer-Fritschi
Pachtlandarrondierung – PA Flugplatz Buochs
Vertragliche Landumlegung – VLU Reidenmoos
Betriebszweiggemeinschaft – Tierhaltergemeinschaft Ehrenbüel
Verarbeitungs- / Vermarktungsgemeinschaft – Baselbieter Bäuerinnen Apéro
In Bearbeitung.

Folgende Voraussetzungen sollten gegeben sein, damit eine Nutzungsarrondierung Sinn macht:

  • Ein Bedürfnis zur Veränderung der Bewirtschaftungsverhältnisse ist vorhanden.
  • Alle beteiligten Bewirtschafter/innen möchten gerne eine effizientere Bewirtschaftungsweise erreichen.
  • Sowohl die Eigentums- als auch die Pachtflächen sind zerstückelt und ungünstig gelegen (Distanz zu den Betrieben).
  • Die baulichen Gegebenheiten (Flurwege, Bewässerungssysteme) sind in gutem Zustand und müssen nicht verändert werden → Sonst lohnt sich eher eine Gesamtmelioration.

Weitere Informationen zu Voraussetzungen für Nutzungsarrondierungen (pdf)
Informationen zum Vorgehen bei Nutzungsarrondierungen (pdf)
Vorgehensschema bei Nutzungsarrondierungen (pdf)

Folgende Aspekte sind wichtig für einen erfolgreichen Abschluss einer Nutzungsarrondierung:

  • Kompromissbereitschaft und Bereitschaft der Landwirte und Landwirtinnen zur Veränderung (Initiative geht von den Bewirtschaftenden aus).
  • Hohe Teilnahme am Verfahren, da so mehr Land miteinbezogen und ein besseres Ergebnis erreicht werden kann.
  • Aktive Mitarbeit der Bewirtschaftenden in jeder Projektphase (Gespräche, Informationsveranstaltungen etc.), Berücksichtigung der Anliegen und Bedürfnisse der Beteiligten.
  • Transparentes Verfahren mit allfälliger Bodenbewertung und klar formulierten Neuzuteilungskriterien.

Weitere Informationen zu Voraussetzungen für Nutzungsarrondierungen (pdf)
Informationen zum Vorgehen bei Nutzungsarrondierungen (pdf)
Vorgehensschema bei Nutzungsarrondierungen (pdf)

Folgende rechtliche Grundlagen sind bei der Planung und Durchführung einer Nutzungsarrondierung zu beachten:

  • Die Gesetzgebung lässt ein flexibles und individuelles Verfahren gemäss den Wünschen und Bedürfnissen der Beteiligten offen.
  • Oft kommt es zur Gründung einer Genossenschaft zur Vertretung der Betriebsleiterinnen und Betriebsleiter gegen Aussen sowie zur Vermittlung zwischen Verpächter/innen und Pächter/innen.
  • Laut Strukturverbesserungsverordnung tragen Gemeinde, Kanton und Bund einen Teil der entstehenden Kosten.

Die Kantone verfügen über Abteilungen, die sich mit Boden- und Pachtrecht befassen. Diese können bei Nutzungsarrondierungen betreffend rechtlichen Aspekten beratend zur Seite stehen: Website kantonale Behörden

Weitere Informationen zu Rechtsgrundlagen für Nutzungsarrondierungen (pdf)
Weitere Informationen zu Ausstiegsmodalitäten bei Nutzungsarrondierungen (pdf)
 Informationen zur Möglichen Trägerschaft einer Nutzungsarrondierung (pdf)

Umsetzungsdauer: Grundsätzlich ist es schwierig, eine allgemeingültige Aussage zur Umesetzungsdauer einer Nutzungsarrondierung zu machen; die Beizugsgebiete sind unterschiedlich gross, bestehen aus unterschiedlich vielen Bewirtschaftungsflächen und werden von unterschiedlich vielen Landwirt/innen bewirtschaftet. Entsprechend unterschiedlich lange dauern die Verfahren.

Da das Verfahren keine Änderung am Eigentum vornimmt und keine Bauzeiten für Infrastrukturprojekte das Verfahren verlängern, ist die Planungsphase aber im Vergleich zu anderen Strukturverbesserungsverfahren relativ kurz.

Wirkungsdauer: Die Wirkungsdauer orientiert sich an den gesetzlichen Grundlagen des Bundes. Das Pachtgesetz schreibt bei Pachtverhältnissen eine Mindestlaufzeit von sechs Jahren vor; in dieser Zeit bleiben die neu zugewiesenen Bewirtschaftungseinheiten unverändert. Nach Ablauf der Pachtverträge ändern die Bewirtschaftungsverhältnisse selten, da hierfür oftmals kein Anlass besteht.

Weitere Informationen zur Zeitdauer einer Nutzungsarrondierung(pdf)
Weitere Informationen zu Rechtsgrundlagen für Nutzungsarrondierungen (pdf)
Weitere Informationen zu Ausstiegsmodalitäten bei Nutzungsarrondierungen (pdf)

Auskünfte zu Nutzungsarrondierungen finden sich:

  • im direkten Gespräch mit Berufskolleg/innen oder anderen Gemeinden, die bereits Erfahrung mit der Durchführung einer Nutzungsarrondierung haben;
  • im Kontakt mit entsprechenden Fachberatungsstellen, kantonalen Behörden oder Spezialist/innen, welche vor und während der Durchführung einer Nutzungsarrondierung zur Beratung beigezogen werden können.

Wo Menschen zusammen arbeiten, kann vieles schief gehen: es passieren Unfälle oder der Absatzmarkt bricht ein, es werden Fehler gemacht oder Vereinbarungen nicht eingehalten, es kommt zu Meinungsverschiedenheiten und Missverständnisse, etc. Das ist normal und noch kein Grund zur Besorgnis – aber es ist sehr wichtig, dass die betroffenen Partnerinnen und Partner in solchen Situationen richtig reagieren und verhindern, dass aus kleinen Missgeschicken kostspielige Fehlentwicklungen oder aus unterschiedlichen Lagebeurteilungen dauernde Streitereien entstehen.

Untenstehend sind einige Ressourcen aufgeführt, die den Umgang mit Konflikten erleichtern können.

Allgemeine Informationen zur Konfliktlösung bei der Nutzungsarrondierung (pdf)
Website Konflikttheorie

 Häufig gestellte Fragen

Wir Bauern möchten die Nutzung der kleinräumig parzellierten Flächen in unserem Dorf endlich optimieren. Gerne würden wir eine Nutzungsarrondierung veranlassen– wer kann uns bei der Planung und Umsetzung helfen?2020-12-06T14:35:08+01:00

In den meisten Kantonen ist die Beteiligung an einer Nutzungsarrondierung freiwillig und kann grundsätzlich individuell gestaltet werden. Eine Nutzungsarrondierung braucht deshalb die Initiative der Bewirtschafter/innen, deren Pacht- und Eigenland berücksichtigt werden soll. Wenn es gelingt, eine grosse Zahl Betroffener aus einem bestimmten Perimeter in eine Nutzungsarrondierung einzubinden, kann die Umsetzung des Vorhabens aber kompliziert werden. Dann lohnt es sich, das Vorhaben dem Gemeinderat vorzulegen, welcher in diesem Fall die Vorbereitungsarbeiten einleiten kann. Allenfalls wird eine Genossenschaft gegründet zur Vertretung der Betriebsleiterinnen und Betriebsleiter gegen Aussen sowie zur Vermittlung zwischen Verpächter/innen und Pächter/innen. Die zuständigen Stellen für Boden- und Pachtrechtsfragen der Kantone können hier Rechtsberatung bieten, aber auch öffentliche und private Beratungsinstitutionen können den Initianten/innen einer Nutzungsarrondierung beratend zur Seite stehen. Die Landwirt/innen bringen bei grösseren Vorhaben ihre Bedürfnisse beim Gemeinderat ein.

Wie wird eine faire und transparente Neuzuweisung der Flächen garantiert?2020-12-06T14:36:49+01:00

Ziele ist es, jedem der beteiligten Bewirtschafter eine im Vergleich zur bestehenden Situation möglichst gleichwertige Bodenfläche zuzuteilen, die aber neu viel besser arrondiert ist. Als Basis werden die bestehenden Eigentums- und Pachtverhältnisse (Flächenanteile) festgehalten. Zusätzlich kann bei Bedarf die Qualität der Landparzellen mittels einer Bodenbewertung (Bonitierung) bzw. einer Wiesenkartierung bestimmt werden. Dies ist jedoch nicht zwingend notwendig. Um das Verfahren zeitlich zu beschleunigen und Kosten zu sparen ist auch ein flächenbezogener Ausgleich ohne eigentliche Bodenbewertung denkbar, zumal ja am Grundeigentum nichts geändert wird. Entscheidend ist natürlich, dass dieser Prozess der Neuzuteilung für alle transparent erfolgt und dass individuelle Wünsche und Anliegen so gut wie möglich berücksichtigt werden. Es empfiehlt sich, die Neuzuweisung durch eine neutrale Stelle, der Technischen Leitung, durchführen zu lassen. Verschiedene Firmen wie Ingenieurbüros und Beratungsstellen können diese Aufgaben wahrnehmen.

Wie lange dauert es bis die Planung einer Nutzungsarrondierung vom Start bis zum Antritt der Neuflächen abgeschlossen ist?2020-12-06T14:37:46+01:00

Da bei einer Nutzungsarrondierung das Grundeigentum nicht verändert wird und auch keine baulichen Massnahmen umgesetzt werden, kann das Verfahren relativ zügig umgesetzt werden. Zudem wird in der Regel auf eine detaillierte Bodenbewertung (Bonitierung) verzichtet, da der Abtausch meist flächengleich erfolgt. Erste Beispiele zeigen, dass die Vorbereitung für eine Nutzungsarrondierung ca. ein Jahr und die anschliessende Umsetzung  ca. zwei Jahre dauert.

Praxisbeispiele

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