Überbetriebliche Investitionen in Gebäude

Startseite>Kooperationsformen>Überbetriebliche Investitionen in Gebäude
Überbetriebliche Investitionen in Gebäude2021-05-27T09:46:52+01:00
grosse Projekte gemeinsam finanzieren und auslasten – tiefere Direktkosten – auch ohne BG / BZG möglich

Bei einer überbetrieblichen Gebäudeinvestition investieren mehrere Betriebsleiter/innen gemeinsam in den Bau einer Sache, an der sie fortan auch entsprechend Eigentümer/innen sind. Der Bau ist auf einem für die Realisation ausgeschiedenen Baurechtsgrundstück, aber auch auf bestehenden Betriebsstandorten der jeweiligen Partner/innen möglich. Die Baute kann auch nur von einer Person errichtet werden; die übrigen Nutzer beteiligen sich dann an den Kosten – zum Beispiel über eine kostendeckende Miete.

Die überbetriebliche Investition in Gebäude ermöglicht eine Aufteilung des finanziellen Risikos und die Realisierung grösserer Projekte, die von den Beteiligten alleine nicht getragen und vom Einzelbetrieb oft nicht sinnvoll genutzt werden könnten.

Bild
Detailbeschrieb (pdf)
Alle Informationen (pdf)
Schlüsselfaktoren (pdf)

«Überzeugungsarbeit haben wir da nicht viel gebraucht, das war so ein gemeinsames gegenseitiges Anstacheln.»

Hanspeter Frey, Partner der Biogasanlage in Lindau

«Auch sonst ist die Zusammenarbeit schön, weil jedes Problem, das du hast, dann auf drei Schultern lastet und nicht einfach nur dein Problem ist, das entlastet einen ziemlich.»

Simon Brasser, Mitglied des Gemeinschaftsstalls Churwalden

«Hier mit der Biogasanlage, das ist ja auch ein Betrieb, der 365 Tage läuft, da ist der grosse Vorteil auch, die Verantwortungen zu teilen.»

Hanspeter Frey, Partner der Biogasanlage in Lindau

«Wir hatten vorher Anbindeställe mit ein bisschen Freilauf und jetzt ist alles Freilauf, also die Kühe haben es natürlich sehr schön.»

Simon Brasser, Mitglied des Gemeinschaftsstalls Churwalden

«Man baut in einer solchen Grösse, da ist man gegenüber dem Alleingang etwa einen Drittel billiger und kann dann Einrichtungen machen, die man sich selber nicht leisten kann, wenn man kleine Strukturen hat.»

Peter Hitz, Mitglied des Gemeinschaftsstalls Churwalden

«Gründen kann man relativ schnell, aber bis dann das Gebäude steht, das ist dann eine andere Nummer, das sind schon zwei Paar Schuhe.»

Hanspeter Frey, Partner der Biogasanlage in Lindau

«Man kann sich schon bei anderen Projekten Ideen holen, und das muss man auch, aber schlussendlich muss man dann einfach wirklich das machen, was zu einem passt.»

Simon Brasser, Mitglied des Gemeinschaftsstalls Churwalden

Folgende Voraussetzungen sollten gegeben sein, damit eine gemeinsame Investition in Gebäude sinnvoll ist:

  • Mehrere Betriebe und Betriebsleiter/innen mit gleichen strategischen Zukunftsorientierungen.
  • Geeignete Standorte für geplante Bauten.
  • Stabile finanzielle Lage aller Beteiligten, die eine grössere Investition erlaubt.
  • Vorhandene Bereitschaft zu einer gemeinsamen Bewirtschaftung einer gemeinschaftlichen Baute.

Weitere Informationen zu Voraussetzungen für überbetriebliche Gebäudeinvestitionen (pdf)
Informationen zum Vorgehen bei überbetrieblichen Gebäudeinvestitionen (pdf)

Gemeinschaftsstall Churwalden:
Was war der Auslöser für den Bau eines Gemeinschaftsstalls?
Habt ihr auch über die Gründung einer Betriebsgemeinschaft geredet?
Wie wurde der neue Stall finanziert?
Biogasanlage Lindau:
Was war der Auslöser für den Bau einer Biogasanlage?
Hast du bei der Planung auch einmal an einen Abbruch gedacht?

Zu den Erfolgsfaktoren für überbetriebliche Gebäudeinvestitionen gehören:

  • gemeinsame Betriebsstrategien mit finanziellen Vorteilen für alle Beteiligten;
  • die Realisierung von optimierten Produktionsgebäuden an idealen Standorten;
  • Vertrauen, offene Kommunikation, faire Gesprächskultur;
  • ein gemeinsamer Anteil an Verantwortung, Kosten, Haftung, Risiko und Gewinn.

Weitere Informationen zu Voraussetzungen für überbetriebliche Gebäudeinvestitionen (pdf)
Informationen zum Vorgehen bei überbetrieblichen Gebäudeinvestitionen (pdf)

Gemeinschaftsstall Churwalden:
Was sind Voraussetzungen für eine erfolgreiche Zusammeanrbeit?
Was waren die grössten Herausforderungen bei der Gründung?
Was sind die grössten Vorteile der Zusammenarbeit?
Wie kommuniziert ihr miteinander?
Wie entscheidet ihr strategisch und operativ?
Wie organisiert ihr euch untereinander?
Biogasanlage Lindau:
Was sind Voraussetzungen für eine erfolgreiche Gemeinschaft?
Was waren die grössten Herausforderungen während der Planung?
Wie seid ihr organisiert?

Bei der Erstellung einer gemeinschaftlichen Baute sind folgende rechtliche Bedingungen zu prüfen und zu erfüllen:

  • Ist der gemeinschaftlich geplante Bau bewilligungsfähig?
  • Erfüllt das geplante Bauvorhaben die öffentlich-rechtlichen Anforderungen (Gewässerschutz, Tierschutz, etc.)?
  • Sind die Eigentumsverhältnisse geregelt und festgehalten?
  • Haben die Investor/innen auch Fragen bezüglich Haftung geklärt?

Um die gemeinschaftliche Bewirtschaftung der überbetrieblich investierten Bauten zu regeln, können sämtliche Rechtsformen herangezogen werden – von der Einfachen Gesellschaft bis zu juristischen Personen (Aktiengesellschaften und Gesellschaften mit beschränkter Haftung).

Weitere Informationen zu Rechtsgrundlagen für überbetriebliche Gebäudeinvestitionen (pdf)
Weitere Informationen zu Vertragsvorlagen für überbetriebliche Gebäudeinvestitionen (pdf)
Weitere Informationen zu Ausstiegsmodalitäten bei überbetrieblichen Gebäudeinvestitionen (pdf)

Gemeinschaftsstall Churwalden:
Wie habt ihr alles vertraglich geregelt?
Wie ist die Abrechnung untereinander geregelt?
Fühlt ihr euch in eurer unternehmerischen Freiheit eingeschränkt?
Wem gehört das Land, auf dem der Stall steht?
Biogasanlage Lindau:
Wie habt ihr alles vertraglich geregelt?
Wie lief das baurechtlich in der Landwirtschaftszone?
Gab es mühsame rechtliche hindernisse?
Welche Rechtsform habt ihr gewählt?
Fühlst du dich in deiner unternehmerischen Freiheit eingeschränkt?

Durchschnittliche Laufzeiten für überbetriebliche Gebäudeinvestitionen sind:

  • Gründungs- und Bauplanungsprozess: 1-3 Jahre.
  • Vertragsdauer: 10-40 Jahre, je nach Nutzungsdauer der gemeinschaftlichen Bauten, der Laufzeit der Kredite oder den Eigentumsverhältnissen.

Trotz der vereinbarten Laufzeiten kann es aus verschiedenen Gründen zu einer Auflösung des Gemeinschaftsprojektes vor Ablauf der Laufzeit kommen. Für diesen Fall sind die Auflösungsmodalitäten ebenfalls im Voraus vertraglich zu regeln.

Weitere Informationen zur Zeitdauer von überbetrieblichen Gebäudeinvestitionen (pdf)
Weitere Informationen zu Rechtsgrundlagen für überbetriebliche Gebäudeinvestitionen (pdf)
Weitere Informationen zu Vertragsvorlagen für überbetriebliche Gebäudeinvestitionen (pdf)
Weitere Informationen zu Ausstiegsmodalitäten bei überbetrieblichen Gebäudeinvestitionen (pdf)

Gemeinschaftsstall Churwalden:
Wie lange dauerten der Gründungs- und Bauprozess?
Biogasanlage Lindau:
Ist im Vertrag eine Laufzeit festgelegt?

Weitere Auskünfte zu überbetrieblichen Gebäudeinvestitionen finden sich:

  • im direkten Gespräch mit Berufskolleg/innen, die bereits Erfahrung mit überbetrieblichen Investitionen in Gebäude haben;
  • im Kontakt mit entsprechenden Fachberatungsstellen und Spezialist/innen, welche bei der Planung und Durchführung der Investition zur Beratung beigezogen werden können.
Gemeinschaftsstall Churwalden:
Was sind eure Empfehlungen für andere?
Würdet ihr rückblickend etwas anders machen?
Biogasanlage Lindau:
Hattet ihr bei der Planung und Durchführung Beratung?

Wo Menschen zusammen arbeiten, kann vieles schief gehen: es passieren Unfälle oder der Absatzmarkt bricht ein, es werden Fehler gemacht oder Vereinbarungen nicht eingehalten, es kommt zu Meinungsverschiedenheiten und Missverständnisse, etc. Das ist normal und noch kein Grund zur Besorgnis – aber es ist sehr wichtig, dass die betroffenen Partnerinnen und Partner in solchen Situationen richtig reagieren und verhindern, dass aus kleinen Missgeschicken kostspielige Fehlentwicklungen oder aus unterschiedlichen Lagebeurteilungen dauernde Streitereien entstehen.

Untenstehend sind einige Ressourcen aufgeführt, die den Umgang mit Konflikten erleichtern können.

Allgemeine Informationen zur Konfliktlösung bei überbetrieblichen Investitionen in Gebäude (pdf)
Website Konflikttheorie

Gemeinschaftsstall Churwalden:
Wie geht ihr mit Konflikten um?
Was passiert bei einem Ausstieg oder einer Auflösung?
Biogasanlage Lindau:
Wie geht ihr mit Konflikten um?
Wäre eine Auflösung für dich schlimm?

Tritt ein massiver oder chronischer Konflikt auf, kann ja nach Eskalationsstufe wie folgt vorgegangen werden:

1. Wenn Vertrauen und Kommunikation innerhalb der Gemeinschaft grundsätzlich noch intakt sind:
Eine Aussprache zwischen den betroffenen Personen vereinbaren. Dazu genügend Zeit an einem Ort einplanen, wo man nicht gestört werden kann. Während der Aussprache die Regeln für faire Gespräche ganz besonders beachten. Allenfalls beschlossene Massnahmen in einer Versuchsphase prüfen und danach deren Wirkung gemeinsam besprechen und wenn nötig anpassen.

2. Wenn das Vertrauen oder die Gesprächskultur zwar gefährdet sind, aber noch einigermassen funktionieren:
Eine Aussprache mit allen Gesellschafter/innen vereinbaren, um den Streitpunkt wenn möglich intern auszuräumen. Während der Aussprache die Regeln für faire Gespräche ganz besonders beachten. Sich vorgängig über die Ziele des Treffens einigen und dessen Ergebnisse protokollieren. Die beschlossenen Massnahmen in einer Versuchsphase prüfen und danach deren Wirkung gemeinsam besprechen und wenn nötig anpassen.

3. Wenn das Vertrauen gelitten hat und die offene Kommunikation nicht mehr selbstverständlich ist:
Professionelle Unterstützung (Mediation, Coaching, Schlichtung) zur Konfliktlösung beiziehen und dafür das explizite Einverständnis aller Gesellschafter/innen einholen. Mit den Fachleuten die Ziele der Beratung klären und einen Zeit- und Kostenrahmen vereinbaren. Konstruktiv am Gesprächsprogramm der beigezogenen Fachperson teilnehmen und ernsthaft versuchen, die beschlossenen Massnahmen umzusetzen.

4. Wenn das Vertrauen zerrüttet ist und die offene Kommunikation nicht mehr funktioniert:
Zuerst mit einem Coaching prüfen, ob für die Gemeinschaft noch eine Rettungschance besteht. Falls ja beim vorherigen Punkt ansetzen.
Andernfalls nicht zögern, den Austritt eines Mitglieds oder die Auflösung der Gemeinschaft anzupacken. Dazu empfiehlt sich der Beizug einer Fachberatung, denn gerade bei der vorzeitigen Auflösung ist Fairness und Klarheit unter den Partnern oberstes Gebot. Oft braucht es dazu die Unterstützung sowohl einer Moderatorin/eines Coaches wie auch eines Treuhänders/einer Betriebswirtschaftsberaterin. Diese Investition lohnt sich aber auf jeden Fall. Denn ein chaotisches Ende, das sich unter Streitigkeiten hinzieht, wird nicht nur deutlich mehr kosten, sondern auch tiefe emotionale Wunden hinterlassen.

Auch bei der Auflösung dem Programm der Fachberatung konstruktiv folgen und die beschlossenen Massnahmen und Aufgaben ernsthaft und speditiv umsetzen. Wird die Auflösung einer Kooperation sauber und zügig angepackt, können sich die ehemaligen Partner/innen viel schneller wieder auf die eigenen Beine stellen und ihre Zukunft unbelastet neu gestalten.

 Häufig gestellte Fragen

Wir sind drei Landwirte aus dem gleichen Dorf. Aktuell halten wir alle unsere Kühe in unseren eigenen Milchviehställen. Die Ställe sind sanierungsbedürftig. Wir spielen mit dem Gedanken sämtliches Milchvieh in einem gemeinsamen Stall unterzubringen. Auf welchem Grundstück soll diese Gebäudeinvestition vorgenommen werden?2020-11-30T09:42:07+01:00

Zu Beginn der Planung eines gemeinschaftlichen Stalles und der überbetrieblichen Gebäudeinvestition ist eine entsprechende Standortevaluation vorzunehmen. Massgebend sind allenfalls bereits bestehende Objekte die einfach umgebaut und umgenutzt werden können. Für Neubauten ist zu klären ob es auf einem der Betriebe einen gut erschlossenen und vom Wohngebiet entsprechend entfernten, aber den Ansprüchen der Raumplanung genügenden Standort gibt. Bei der Standortevaluation ist auch auf die Arbeitsteilung und die Verantwortlichkeiten unter den Landwirten zu achten.

Wer trägt die jährlichen Gebäudekosten bei einer überbetrieblichen Gebäudeinvestition?2020-06-07T11:45:10+01:00

Entscheiden sich mehrere Landwirte für den Bau eines gemeinsamen Gebäudes im Rahmen eines Gesamt- oder Miteigentums, so beteiligen sich alle Gesamt-, resp. Miteigentümer gleichermassen an den jährlichen Gebäudekosten welche direkt von der Betreibergesellschaft getragen werden. Erfolgt die überbetriebliche Investition im Rahmen einer Pächterinvestition, so ist rechtlich gesehen der Grundeigentümer verpflichtet die jährlichen Gebäudekosten zu tragen. Im Zusammenhang mit der gemeinschaftlichen Nutzung werden jedoch alle Nutzer über eine kostendecke Miete die jährlichen Gebäudekosten mittragen.

Wer ist zuständig für die Baubewilligung?2020-12-15T15:03:45+01:00

Bei überbetrieblichen Investitionen in ein Mit- oder Gesamteigentum (mit Baurecht) treten die baurechtsberechtigten Miteigentümer gemeinsam als Bauherren und Grundeigentümer auf.
Wird ein gemeinschaftliches Gebäude als Pächterinvestition auf dem Grundeigentum eines Gesellschafters errichtet, so haben der Grundeigentümer des Bauvorhabens sowie die Gesellschafter als Bauherren zu zeichnen. In die Planung sollten im besten Falle natürlich immer alle Beteiligten mit einbezogen werden.

Praxisbeispiele

Biogasanlage Lindau (ZH)

Überbetriebliche Gebäudeinvestition - Alle Praxisbeispiele (PDF) Kontakt Hanspeter Frey Bio Gas Lindau AG ...

Gemeinschaftsstall Churwalden (GR)

Überbetriebliche Gebäudeinvestition - Alle Praxisbeispiele (PDF) Kontakt Gemeinschaftsstall Churwalden 7075 Churwalden www.gemeinschaftsstall-churwalden.ch ...

Nach oben