Überbetriebliche Investitionen in Maschinen

Startseite>Kooperationsformen>Überbetriebliche Investitionen in Maschinen
Überbetriebliche Investitionen in Maschinen2021-05-25T17:13:05+01:00
schlagkräftigere und spezialisierte Maschinen gemeinsam anschaffen und auslasten 

Bei der überbetrieblichen Maschineninvestition kommt es zu einer gemeinschaftlichen Anschaffung von Maschinen und Technik. Häufig geschieht dies in Form einer Maschinengemeinschaft mit jährlicher Abrechnung von Gut- und Lastschriften; aber auch Nachbarschaftshilfen, Maschinenmiete, lokale Maschinenvermittlungen oder die Vergabe von Lohnarbeiten sind möglich.

Durch die überbetriebliche Investition in Maschinen können Fixkosten wie Abschreibungen, Zinsen, Gebäude- und Versicherungskosten der Beteiligten reduziert und schlagkräftige, grössere, oder spezialisierte Maschinen angeschafft werden, die sonst nicht tragbar wären.

Bild
Detailbeschrieb (pdf)
Alle Informationen (pdf)
Schlüsselfaktoren (pdf)

«Wir kontaktieren vor Ort die Bauern oder unsere Mitglieder und vergeben die Aufträge weiter, damit sie diese in unserem Auftrag ausführen. Sie sind im Prinzip dann Subunternehmer von uns, und bei uns läuft die gesamte Verrechnung, Vertragsangelegenheiten zusammen ins Büro, da werden die ganzen Zahlungen gemacht, sodass die Mitglieder auch rechtzeitig zu ihrem Geld kommen.»

Fabien Brühwiler, Geschäftsführer der Maschinenring Ostschweiz AG

«Wir kommen an nationale Grosskunden ran, die in der ganzen Schweiz tätig sind und in der ganzen Schweiz Dienstleistungen anbieten können, und so hat der Einzelne auch wieder die Möglichkeit zu sagen: Ich kann meine Maschinen besser auslasten.»

Fabien Brühwiler, Geschäftsführer der Maschinenring Ostschweiz AG

«Der Bauer ist soweit involviert, dass wir ihm helfen, die Maschinen, die er hat, mehr nutzen zu können, vor allem im Winterdienst, weil wir an Kunden herankommen, an die der Einzelne nicht herankommt.»

Fabien Brühwiler, Geschäftsführer der Maschinenring Ostschweiz AG

«Bei uns haben auch sehr viele Leute im Maschinenring einen landwirtschaftlichen Hintergrund, arbeiten zum Teil noch selber auf einem Landwirtschaftsbetrieb oder haben einen, und das gibt natürlich dann wieder die Nähe direkt zu unseren Mitgliedern und verschafft uns auch ein bisschen einen Vorteil.»

Fabien Brühwiler, Geschäftsführer der Maschinenring Ostschweiz AG

«Aktuell sind es 878 Maschinen und es sind schon über zwanzig Tausend Reservationen erfolgt in den letzten zwei Jahren. Das ist wirklich rein digital.»

Fabien Brühwiler, Geschäftsführer der Maschinenring Ostschweiz AG

«Über die Mengenbündelung kommen wir zu attraktiven Preisen und bei vielen Produkten, die wir bei den Einkaufsgemeinschaften anbieten, ist es so, dass der Bauer bei vielen Firmen ja gar nicht als Unternehmung angesehen wird, sondern als Privatperson, und über den Verbund Maschinering wird er am Schluss dann auch als Unternehmung angesehen und kann durch das auch von besseren Konditionen profitieren.»

Fabien Brühwiler, Geschäftsführer der Maschinenring Ostschweiz AG

Folgende Voraussetzungen sollten gegeben sein, damit eine gemeinsame Investition in Maschinen und Technik erfolgsversprechend ist:

  • Sinnvolle Ergänzung der Beteiligten aus betrieblicher Sicht, eine Auslastung der Maschine ist gewährleistet.
  • Alle Beteiligten können finanziell zur Investition beitragen.
  • Es besteht Einigkeit bezüglich des zukünftigen Maschinenstandorts, der Maschinenhalterin oder des Maschinenhalters, sowie der Verantwortlichkeit für Wartungsarbeiten.

Weitere Informationen zu Voraussetzungen für überbetriebliche Maschineninvestitionen (pdf)
Informationen zum Vorgehen bei überbetrieblichen Maschineninvestitionen (pdf)

Wie kam es zur Gründung des Maschinenring Ostschweiz?
Was ist der Unterschied zwischen einem Maschinenring und einer Maschinengemeinschaft?
Welche Dienstleistungen und Tätigkeiten bietet ihr an?
Was ist ein Beispiel der Tätigkeit des Maschinenrings?

Zu den Erfolgsfaktoren für überbetriebliche Maschineninvestitionen gehören:

  • gemeinsame Betriebsstrategien zur Finanzierung und sinnvollen Auslastung der Maschine, Festlegung gemeinsamer Ziele;
  • klare Arbeitsorganisation und Regelung der Kompetenzen;
  • Vertrauen, offene Kommunikation, faire Gesprächskultur;
  • Gemeinsamer Anteil an Verantwortung, Haftung, Kosten und Risiko.

Weitere Informationen zu Voraussetzungen für überbetriebliche Maschineninvestitionen (pdf)
Informationen zum Vorgehen bei überbetrieblichen Maschineninvestitionen (pdf)

Was sind Voraussetzungen für einen erfolgreichen Maschinenring?
Wie ist der Maschinenring Ostschweiz aufgebaut?
Wie organisiert ihr die Maschineneinsätze?
Wie geht man auf euch zu?

Gemeinsame Investitionen in Maschinen können in unterschiedlichen Rechtsformen organisiert sein. Bei wenigen Partner/innen und wenigen gemeinsamen Maschinen eignet sich beispielsweise die einfache Gesellschaft, werden Maschinen nur vermittelt, ein klassischer Maschinenring, oder – wenn viele Partner/innen beteiligt und viele gemeinsame Maschinen vorhanden sind – eine Maschinengenossenschaft.

Der Entscheid über die passende Rechtsform für eine überbetriebliche Maschineninvestition ist unter Umständen nicht ganz einfach, darum lohnt es sich, auch diese Frage zusammen mit einer Fachberatung zu klären.

Weitere Informationen zu Rechtsgrundlagen für überbetriebliche Maschineninvestitionen (pdf)
Weitere Informationen zu Vertragsvorlagen für überbetriebliche Maschineninvestitionen (pdf)
Weitere Informationen zu Ausstiegsmodalitäten bei überbetrieblichen Maschineninvestitionen (pdf)

Warum habt ihr die Rechtsform einer AG gewählt?
Ist die Mitgliedschaft vertraglich bindend?
Wie ist es vertraglich geregelt, wenn man seine Maschinen online zur Verfügung stellt?

Die rechtlichen Rahmenbedingungen geben keine minimale oder maximale Zeitdauer für die gemeinsame Nutzung einer Maschine vor. Ist die gemeinsame Investition in Form einer Einfachen Gesellschaft organisiert, muss deren Dauer nicht festgelegt werden, solange Austritt, Kündigung, Auflösung und Neukauf vertraglich klar definiert wurden.

Bei einer Maschinengenossenschaft, einem Verein, einer AG oder einer GmbH mit eigener Rechtspersönlichkeit wird die Laufzeit in der Regel bereits in den Statuten festgelegt. Meist ist die Dauer so ausgelegt, dass die gemeinsame Anschaffung und Nutzung von Maschinen über Generationen hinweg möglich ist.

Weitere Informationen zur Zeitdauer von überbetrieblichen Maschineninvestitionen (pdf)
Weitere Informationen zu Rechtsgrundlagen für überbetriebliche Maschineninvestitionen (pdf)
Weitere Informationen zu Vertragsvorlagen für überbetriebliche Maschineninvestitionen (pdf)
Weitere Informationen zu Ausstiegsmodalitäten bei überbetrieblichen Maschineninvestitionen (pdf)

Wie viel Zeit sollte man für den Gründungsprozess einberechnen?
Wie sieht eure Zukunftsplanung aus?

Weitere Auskünfte zu überbetrieblichen Maschineninvestitionen finden sich:

  • im direkten Gespräch mit Berufskolleg/innen, die bereits Erfahrung mit überbetrieblichen Investitionen in Maschinen und Technik haben;
  • im Kontakt mit entsprechenden Fachberatungsstellen und Spezialist/innen, welche bei der Planung und Durchführung der Investition zur Beratung beigezogen werden können.
Welche Beratung hattet ihr bei der Gründung?
Arbeitet ihr mit anderen Organisationen zusammen?
Was empfiehlst du Personen, die einen Maschinenring gründen möchten?

Wo Menschen zusammen arbeiten, kann vieles schief gehen: es passieren Unfälle oder der Absatzmarkt bricht ein, es werden Fehler gemacht oder Vereinbarungen nicht eingehalten, es kommt zu Meinungsverschiedenheiten und Missverständnisse, etc. Das ist normal und noch kein Grund zur Besorgnis – aber es ist sehr wichtig, dass die betroffenen Partnerinnen und Partner in solchen Situationen richtig reagieren und verhindern, dass aus kleinen Missgeschicken kostspielige Fehlentwicklungen oder aus unterschiedlichen Lagebeurteilungen dauernde Streitereien entstehen.

Untenstehend sind einige Ressourcen aufgeführt, die den Umgang mit Konflikten erleichtern können.

Allgemeine Informationen zur Konfliktlösung bei überbetrieblichen Maschineninvestitionen (pdf)
Website Konflikttheorie

Tritt ein massiver oder chronischer Konflikt auf, kann ja nach Eskalationsstufe wie folgt vorgegangen werden:

1. Wenn Vertrauen und Kommunikation innerhalb der Gemeinschaft grundsätzlich noch intakt sind:
Eine Aussprache zwischen den betroffenen Personen vereinbaren. Dazu genügend Zeit an einem Ort einplanen, wo man nicht gestört werden kann. Während der Aussprache die Regeln für faire Gespräche ganz besonders beachten. Allenfalls beschlossene Massnahmen in einer Versuchsphase prüfen und danach deren Wirkung gemeinsam besprechen und wenn nötig anpassen.

2. Wenn das Vertrauen oder die Gesprächskultur zwar gefährdet sind, aber noch einigermassen funktionieren:
Eine Aussprache mit allen Gesellschafter/innen vereinbaren, um den Streitpunkt wenn möglich intern auszuräumen. Während der Aussprache die Regeln für faire Gespräche ganz besonders beachten. Sich vorgängig über die Ziele des Treffens einigen und dessen Ergebnisse protokollieren. Die beschlossenen Massnahmen in einer Versuchsphase prüfen und danach deren Wirkung gemeinsam besprechen und wenn nötig anpassen.

3. Wenn das Vertrauen gelitten hat und die offene Kommunikation nicht mehr selbstverständlich ist:
Professionelle Unterstützung (Mediation, Coaching, Schlichtung) zur Konfliktlösung beiziehen und dafür das explizite Einverständnis aller Gesellschafter/innen einholen. Mit den Fachleuten die Ziele der Beratung klären und einen Zeit- und Kostenrahmen vereinbaren. Konstruktiv am Gesprächsprogramm der beigezogenen Fachperson teilnehmen und ernsthaft versuchen, die beschlossenen Massnahmen umzusetzen.

4. Wenn das Vertrauen zerrüttet ist und die offene Kommunikation nicht mehr funktioniert:
Zuerst mit einem Coaching prüfen, ob für die Gemeinschaft noch eine Rettungschance besteht. Falls ja beim vorherigen Punkt ansetzen.
Andernfalls nicht zögern, den Austritt eines Mitglieds oder die Auflösung der Gemeinschaft anzupacken. Dazu empfiehlt sich der Beizug einer Fachberatung, denn gerade bei der vorzeitigen Auflösung ist Fairness und Klarheit unter den Partnern oberstes Gebot. Oft braucht es dazu die Unterstützung sowohl einer Moderatorin/eines Coaches wie auch einer Treuhänderin/eines Betriebswirtschaftsberaters. Diese Investition lohnt sich aber auf jeden Fall. Denn ein chaotisches Ende, das sich unter Streitigkeiten hinzieht, wird nicht nur deutlich mehr kosten, sondern auch tiefe emotionale Wunden hinterlassen.

Auch bei der Auflösung dem Programm der Fachberatung konstruktiv folgen und die beschlossenen Massnahmen und Aufgaben ernsthaft und speditiv umsetzen. Wird die Auflösung einer Kooperation sauber und zügig angepackt, können sich die ehemaligen Partner/innen viel schneller wieder auf die eigenen Beine stellen und ihre Zukunft unbelastet neu gestalten.

 Häufig gestellte Fragen

Eine Maschine in unserer Gemeinschaft ist beschädigt – es ist aber unklar, wer den Schaden verursacht hat. Wie können wir nun vorgehen betreffend Übernahme der Kosten?2020-12-06T15:08:23+01:00

Schäden können aufgrund der Abnutzung passieren und sollten dann durch die entsprechenden Rückstellungen für Reparaturen und Unterhalt der Gemeinschaft gedeckt sein. Geht aber eine Maschine durch Fehlmanipulationen kaputt, wäre eigentlich der Verursacher für den Schaden haftbar. Lässt sich der Schadenverursacher nicht ermitteln und bestehen vertraglich keine anderweitigen Abmachungen, muss die Maschinengemeinschaft die Kosten übernehmen.
Es ist darum sinnvoll, im Gemeinschaftsvertrag festzulegen, dass mutwillig oder fahrlässig verursachte Schäden an einer Maschine vom fehlbaren Maschinenbenützer bezahlt werden müssen. Ausserdem sollte sich jeder Benutzer verpflichten, die Risiken Unfall und Haftpflicht soweit nötig zu versichern. Damit immer klar ist, wer die Maschine genutzt hat und in welchem Zustand sie zurückgebracht wurde, empfiehlt es sich, jede Maschine der Gemeinschaft mit einem robusten „Bordheft“ auszurüsten (z.B. in einem eigens dafür angebrachten Kasten), in welchem jeweils Benutzer, Datum, Einsatzzeit und Zustand der Maschine bei der Übernahme notiert werden.

In welcher Form unterstützt der Bund Betriebe, die eine Maschinengemeinschaft gründen wollen?2020-12-06T15:10:06+01:00

Einerseits unterstützt der Bund Maschinengemeinschaften mit Investitionskrediten: Gemäss Art. 49 der Strukturverbesserungsverordnung (SVV) werden u. a. auch Produzenten und Produzentinnen unterstützt, die in gemeinsamer Selbsthilfe Maschinen und Fahrzeuge anschaffen, um ihre Betriebe zu rationalisieren.
Andererseits fördert der Bund auch Vorabklärungen, Gründung, fachliche Begleitung während der Startphase oder Weiterentwicklung von Zusammenarbeitsformen zur Senkung der Produktionskosten mit Beiträgen (Art. 19e SVV). Auch Maschinengemeinschaften können davon profitieren. Diese Beiträge können in der Höhe von 30 % der beitragsberechtigten Kosten ausgerichtet werden, jedoch höchstens für CHF 20‘000.- je Initiative.

Wie schlimm ist es, wenn ein Partner aus der Gemeinschaft aussteigt bzw. die Gemeinschaft aufgelöst werden muss?2020-12-06T15:10:45+01:00

Erfolgt die gemeinsame Maschineninvestition im Rahmen einer einfachen Gesellschaft, so werden die Gesellschafterinnen und Gesellschafter rechtlich Miteigentümerinnen resp. Miteigentümer der betreffenden Maschine. Je nach vertraglicher Regelung wird austretenden Mitgliedern der Zeitwert ihrer Anteile von den verbleibenden Gesellschafterinnen und Gesellschaftern ausbezahlt. Oder aber der Vertrag sieht vor, dass sie Ihren Miteigentumsanteil stehen lassen müssen und die Rückzahlung ihres Anteils im Verlauf der verbleibenden Abschreibungsdauer erfolgt. Schwierigkeiten können vor allem dann entstehen, wenn der die Maschine beim Austritt noch kaum abgeschrieben ist und entweder die verbleibenden Gesellschafter/innen hohe Beträge auszahlen müssen oder umgekehrt die/der Austretende entsprechend viel Kapital blockiert sieht.
Bei einer Auflösung der Gesellschaft kann das Maschinenkapital veräussert werden. Wenn der Buchwert der Maschineninvestitionen einigermassen deren Zeitwert entspricht, sollten die Anteile der Gesellschafterinnen und Gesellschafter ausgezahlt ohne grosse Verluste oder sogar mit einem kleinen Gewinn werden können.

Praxisbeispiele

Maschinengemeinschaft Eriswil

Überbetriebliche Investitionen in Maschinen - Alle Praxisbeispiele (PDF) Kontakt Martin Heiniger Belzhaus 21 ...

Maschinenring Ostschweiz

Überbetriebliche Investitionen in Maschinen - Alle Praxisbeispiele (PDF) Kontakt Maschinenring Ostschweiz Frauenfeldstrasse 12 ...

Nach oben