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Kontakt

Gemeinschaftsstall Churwalden
7075 Churwalden
www.gemeinschaftsstall-churwalden.ch

Playlist: Interview mit Simon Brasser und Peter Hitz

Eckdaten

Entstehung: 2001: Zahlreiche Betriebe mit alten, nicht rationellen Gebäuden in Churwalden à hohe Arbeitsbelastung für die Familien, Investitionen in neue Gebäude dringend.

2002: Idee, einen gemeinsamen Stall zu bauen, in dem alle Tiere gemeinsam gehalten werden können (Vorbild der Alpwirtschaft).

Anschliessend Reife- und Gründungsprozess (Diskussionen in der Milchgenossenschaft, Zusammenarbeit mit der Beratung, Gesellschaftsvertrag und Betriebsreglement, Planung und Finanzierung.)

2005: Bauprojektierung und Ausführung.

2006: Fertigstellung

2007: Einzug der Tiere

Rechtsform: Einfache Gesellschaft mit gemeinschaftlichem Eigentum zu je einem Drittel am Gebäude.
Organisation: Jeder Eigentümer/jede Eigentümerin besitzt nur seine eigenen Kühe, welche nur im Winter im Stall und den ganzen Sommer über auf der Weide sind. So können die Gesellschafter auf ihren Betrieben selber entscheiden und über die Sommersaison auch selbstständig arbeiten.

Im Winter wird zusammen im Stall gearbeitet, dabei übernimmt jemand jeweils das Melken, der oder die andere das Füttern, und ein dritter ist «Springer» und hilft aus, wenn jemand abwesend ist. So arbeiten die drei Gesellschafter in einer Vier-Tages-Woche zusammen. Die Einteilung in Melken, Füttern und Springer wechselt alle zwei Monate, sodass im Winter alle einmal jeden Job machen.

Ebenfalls schafft man zwar keine Maschinen gemeinsam an, spezialisiert sich jedoch in eine Richtung und erledigt für den/die anderen Lohnarbeiten, damit die Maschinen möglichst gut ausgelastet werden.

Verantwortlichkeiten über alles sind:

  • Simon Brasser: Büro
  • Peter Hitz: Mechanisierung und Maschinen
  • Nina Hitz: Tiergesundheit
Der Stall:
  • Befindet sich auf 1300 m.ü.M. in der Bergzone 3
  • 30 m x 70 m Boxenlaufstall mit drei Reihen Tiefstreuliegeboxen für das Milchvieh, gegenüber Boxenreihen für das Jungvieh
  • Platz für 120 Kühe, 42 Stück Jungvieh, 30 Kälber
  • Melken mit einem 16-er Melkkarussell

Der Stall befindet sich auf zugekauftem Land, welches allen drei Beteiligten zu gleichen Teilen gehört.

Abrechnung:
  • Kosten, die einer Kuh zugeteilt werden können (Tierarzt, Futter, etc.) werden direkt dem Eigentümer der Kuh verrechnet. Gebäudekosten oder Maschinenwartungen (bei Maschinen, die zum Stall gehören), werden jeweils durch drei geteilt.
  • Das Heu, welches die Gesellschafter einbringen, wird mittels Futteranalyse bewertet und dann in den Stall gegeben, wobei der/die jeweilige Landwirt/in eine Gutschrift erhält. Anschliessend verkauft der Stall das Heu quasi an die jeweilige Kuh.
  • Die Milchmenge pro Kuh wird erfasst und ebenfalls dem/der jeweiligen Landwirt/in zugeschrieben.
  • Für die Kühe gibt es drei Fütterungsgruppen je nach Milchleistung. In das Abrechnungsprogramm muss nur eingetragen werden, in welcher Fütterungsgruppe die Kuh ist, und wie viel sie von welcher Ration frisst.
Kommunikation: Jeden Montag eine Sitzung an der Freitage, Ferien, Ablösungen und etwaige Konflikte besprochen werden. Diese Sitzungen finden ohne externe Beratung statt.

Bei der Ablösung durch einen Springer wird ein kurzer Rapport zur Orientierung gegeben. Ebenfalls ist im Stall auch eine Tafel, auf der wichtige Informationen und Hinweise aufgeschrieben werden können. Die Kühe tragen zudem jeweils farbige Bänder, damit der Melkende weiss, ob eine Kuh gerade gekalbt hat oder in welcher Phase der Laktation sie sich gerade befindet.

Finanzierung Stall:
  • 600 000 Fr. Subventionen
  • 600 000 Fr. Investitionskredite
  • 120 000 Fr. Berghilfe
  • Eigenleistungen für 75 000 Fr. (Dach durch die Gesellschafter gedeckt, Inneneinrichtung ebenfalls)
  • 130 000 Fr. Eigenkapital
  • Je 258 000 Fr. Hypothek (insgesamt 3x).