Vertragliche Landumlegung – Alle Praxisbeispiele (PDF)

Das Landwirtschaftsgebiet in Reiden rund um den Dorfteil Reidermoos umfasst rund 236 ha und verfügt über viele Parzellen. Eine Gesamtmelioration konnte nicht durchgeführt werden, da kein Mehrheitsbeschluss erreicht werden konnte. Viele Grundeigentümer und Bewirtschafter wünschten sich jedoch Landumlegungen für eine bessere Bewirtschaftung. Aus diesem Grund kam das Instrument der freiwilligen Vertraglichen Landumlegung zum Zuge.

Von den 75 möglichen Eigentümern beteiligten sich 47 Eigentümer mit einer Gesamtfläche von zirka 218 ha und 211 Parzellen. Flächenmässig war die Einwohnergemeinde Reiden die grösste beteiligte Eigentümerin.

Interview mit Bruno Aecherli und Hans Estermann:

Was war der Auslöser für die Vertragliche Landumlegung?
Wie viele Eigentümer, Bewirtschafter und Parzellen waren beteiligt?
  1. Vorstudie: Initial – und Vorbereitungsphase
  2. Vorprojekt: Grundlagenerarbeitung, Prüfungsprozess Gemeinde, Kanton und Bund, Genehmigung
  3. Realisierung:
    1. 1. Etappe Landumlegung: Aufnahme „Alter Bestand“ (Digitalisierung Grundbuch-Einführungspläne, Übernahme Bodenwerte); Erarbeitung der Neuzuteilung / Vertrag (Grobentwurf, Verhandlungen mit Grundeigentümern, Bereinigung der dinglichen, vorgemerkten und angemerkten Rechte, Regelung der Abgeltung Mehr- und Minderzuteilungen, Verteilung der Kosten); Genehmigung des Bau-, Umwelt- und Wirtschaftsdepartement; Anmeldung „Neuer Bestand“ im Grundbuch, Regelung der Pachtverhältnis; Verpflockung und Antritt des neuen Bestandes
    2. 2. Etappe Infrastrukturelle Massnahmen / Vermarkung: Erarbeitung der wegebaulichen, wasserbaulichen und ökologischen Massnahmen (z.B. Projektierung Entwässerungssystem Moosmatte inkl. Erschliessung, Wanderwegnetz und ökologischer Begleitmassnahmen); Umsetzung bauliche Massnahmen; Vermarkung
    3. Amtliche Vermessung, Ersterhebung

Interview mit Bruno Aecherli und Hans Estermann:

Welche Ratschläge habt ihr für die Planung und Durchführung einer Vertraglichen Landumlegung?
Wie lief die Bodenbewertung ab?

Die Anzahl Parzellen konnte von 211 auf 102 reduziert werden. Die durchschnittliche Parzellengrösse vergrössert sich von 1.03 ha auf 2.14 ha. Aufgrund dessen verkleinert sich auch die durchschnittliche Anzahl Parzellen je Eigentümer von 4.5 auf 2.2. Die Grenzpunkte können auf der Allmend (Aebnet) massiv verringert werden; sind es bis heute rund 130 Stück werden es in Zukunft noch 90 Stück sein. Heute existieren 54 Parzellen, neu werden es noch 25 sein.

Eine ähnliche Verbesserung konnte auch im Gebiet Stumpen und Moosmatte erzielt werden.

Interview mit Bruno Aecherli und Hans Estermann:

Wie lange haben Planung und Durchführung gedauert?

Gemäss Kostenschätzung von 2012 betragen die Kosten für die Grundlagenetappe rund 60‘000 Fr. und die 1. Etappe Landumlegung beläuft sich auf rund 230‘000 Fr. Die grössten Kosten verursachten die infrastrukturelle Massnahmen, insbesondere die wasserbaulichen mit 770‘000 Fr. Dies ergibt eine Gesamtsumme vom rund 1‘060‘000 Fr. Hinzu kommen die Kosten für die amtliche Vermessung (170‘000 Fr.). Somit beläuft sich das Projekt auf rund 1‘230‘000 Fr. exkl. MWSt. Die Kostengenauigkeit liegt bei ±30%, da insbesondere im Gebiet Moosmatte das Vorgehen noch nicht klar war. Bund, Kanton und Gemeinde beteiligen sich an der Realisierung. Für die Grundlagenetappe wurde ein Beitragssatz seitens Bund (25%) und Kanton (30 %) zugesichert. Die amtliche Vermessung wird von Bund und Kanton mit einem Beitrag von 80% der subventionsberechtigten Kosten unterstützt.

Interview mit Bruno Aecherli und Hans Estermann:

Wie sieht es mit den Kosten aus?