Als Verein für Mikrogemüsebau möchte A La Belle Courgette eine faire, lokale und umweltschonende Produktion stärken. Dazu wurde das Modell der regionalen Vertragslandwirtschaft ausgewählt. Diese Betriebsform gewährleistet eine saisonale, qualitativ hochstehende Produktion mit einer starken Verbindung zu den Konsumentinnen und Konsumenten. Die Lage am Stadtrand prädestiniert den Betrieb dazu, den Konsumentinnen und Konsumenten einen Einblick in die Landwirtschaft zu vermitteln. Dabei sollen insbesondere die jüngere Generation und weniger privilegierte Bevölkerungsschichten angesprochen werden.

Steckbrief

Logo: A la belle courgette

Kontakt

Les Sorens, 1030 Bussigny

www.alabellecourgette.ch

Facebook

Tel. : 077 527 86 74

Rechtsform Nicht gewinnorientierter Verein
Arbeitskräfte Entlöhnte Gärtner/-innen, Konsument/-innen mit Gemüseabonnement
Produktion Gemüsekörbe
Verarbeitung punktuell (Sauerkraut, Tomatensauce)
Vermarktung Regionale Vertragslandwirtschaft (RVL)
Betriebsstart 2020
Gemüseanbaufläche 5100 m2 (fixe Beete mit Trittwegen)
landwirtschaftliche Nutzfläche 1,5 ha
Gebiet am Stadtrand, Landwirtschaftszone mit 9-jährigem Pachtvertrag
Boden tonig-lehmig, wenig Steine
Klima 100 bis 150 mm Niederschlag monatlich und durchschnittlich 4 bis 9 Sonnentage (Bewölkungsgrad unter 20 %) pro Monat, häufig Bise

Gouvernanz

Die Regelwerke des Vereins sind die zwei Gründungsurkunden, die Statuten und die Charta. Die Mitglieder kommen einmal jährlich an der Generalversammlung zusammen (Abnahme der Rechnung, Fragen der Mitglieder, Projekte und potenzielle Veränderungen). Alle, die ein Abonnement beziehen (63 im Jahr 2020), sind Mitglieder des Vereins. Es werden aber auch Gönnerinnen und Gönner ohne Abo als Mitglieder aufgenommen. Alle Entscheidungen betreffend die Zukunft, das Budget, die Finanzen sowie Beschlüsse über langfristige Geschäfte müssen von der Generalversammlung validiert werden. Der Vorstand setzt sich aus fünf Mitgliedern zusammen, die im Interesse des Vereins handeln und sich für dessen gutes Funktionieren einsetzen. Operationelle Entscheidungen mit kurzfristigen Auswirkungen treffen Gärtnerinnen und Gärtner einvernehmlich untereinander.

Design

Am Hauptstandort bewirtschaftet der Verein eine 1,5 ha grosse Parzelle, wobei die eigentliche Gemüseanbaufläche 5100 m2 beträgt.
Die Gemüseparzelle ist von einer 20 m breiten Pufferzone umgeben (Abschirmung zu den umliegenden, konventionell bewirtschafteten Parzellen).

Sie ist in 10 Gärten à 30 m Länge und 15 m Breite unterteilt.
Jeder Garten umfasst 12 fixe Beete, die 75 cm breit sind. Dazwischen verlaufen 45 cm breite Trittwege.

Zwei 50 m lange und 8 m breite Folientunnel stehen auf einer anderen Parzelle in der Nähe der technischen Gebäude. Beide Tunnelflächen sind längs zweigeteilt. Jede Hälfte à 25 m ist wiederum in 5 Beete aufgeteilt. Die Beete sind 70 cm breit. Dazwischen liegen 45 cm breite Trittwege. Am Tunnelrand wurden zusätzlich zwei Gewürzkräuterbeete angelegt. Im Herbst 2020 wurden neue Gebäude bezogen und die Folientunnels in der Nähe der neuen Gebäude wieder aufgebaut.

Fortier Jean-Martin (2016) Le jardinier-maraîcher – Manuel d’agriculture biologique sur petite surface.

www.lejardiniermaraicher.com

Anbauplan

  • Beetvorbereitung auf ca. der halben Fläche mit dem Minitraktor, Lockerung mit dem Feingrubber oder der Fräse bei verdichtetem Boden (nur wenn nötig)
  • Der Hauptanteil der Flächen wird mit Direktsaat bestellt, Setzlinge werden zugekauft
  • In den Tunnels und bei einigen Kulturen (nicht alle) wird gemulcht
  • Durchschnittlich 1,7 Kulturen pro Beet

Fruchtwechsel

  • 10-Jährige Fruchtfolge (10 Gärten), Organisation nach Pflanzenfamilien (2020), ausser in den Folientunnels

Düngung

  • Gründüngung: Gemäss Fruchtfolge werden jährlich 2 von 10 Gärten mit Gründüngungen bestellt
  • Vor jeder Kultur wird von ausserhalb zugeführter Kompost oder Mist ausgebracht (unabhängig von der Kultur)
  • Die geschützten Anbauflächen werden gemulcht

Krankheits- und Schädlingsbekämpfung

  • Vision: Lieber eine Kultur aufgeben als ein Produkt zur Krankheits- und Schädlingsbekämpfung anwenden, Gemüsebau möglichst diversifiziert gestalten, sodass möglichst wenig Eingriffe nötig sind.
  • Insektenschutznetze
  • Mulchfolie für Kürbisse (Hasenpräsenz)
  • Feldmausfallen rund um die Kulturen

Weitere Informationen

  • Sonnenblumen und Mais als Windbrecher säen bis eine Hecke gepflanzt werden kann.
Gebäude und Infrastruktur
  • Gebäude zur Unterbringung von Werkzeugen und Lagergemüse wird vom Eigentümer der Flächen (Landwirt) zur Verfügung gestellt
  • Baustellenwagen zur Unterbringung der Werkzeuge auf dem Feld
  • Im Jahr 2021: Nutzung von Räumlichkeiten des Landwirtschaftsbetriebs des Eigentümers (Kühlraum, Verarbeitungsraum, Raum für Werkzeuge usw.)
Maschinen und Werkzeuge

Der überwiegende Teil der Arbeit ist Handarbeit, die durch eine leichte Mechanisierung ergänzt wird.
Werkzeuge und Maschinen:

  • Minitraktor 16 PS
  • Egge
  • Fräse
  • Häufelgerät
  • Häcksler
  • Grelinette
  • Jätmesser

Bewässerung

Ein zentraler Bewässerungsschlauch, Durchmesser 63 mm, zwei Anschlussventile und 6 Mikroregner pro Garten (mp-rotator)

Foto: A la Belle Courgette

Kernteam

  • Zwei Angestellte im Gemüsebau, Beschäftigungsgrad je 80 %
  • 63 Abonnentinnen und Abonnenten, die im Durchschnitt 4 halbe Tage pro Jahr mitarbeiten
  • Im Juni eine zusätzliche Person während 2 Tagen pro Woche. Punktuelle, stundenweise Unterstützung Juni bis September durch Freunde und freiwillige Helferinnen und Helfer

Organisation

Aufgabenbereiche sind nicht fix zugeteilt. Die beiden Gärtner sprechen sich ab und organisieren sich je nach Arbeitsprogramm und Fähigkeiten. Zur Einteilung der vorgeschriebenen Arbeitshalbtage der Abonnenten wird eine Software verwendet.
Velokurierinnen holen jeweils das Gemüse ab und bringen es zu den Depots.

Fachbildungen und spezifische Kompetenzen

Guillaume Sommer :

  • Präsident des Vereins, Mitgründer und Gärtner
  • Master Agrarwissenschaft (Zollikofen), vormals Gärtner beim Verein Rage de Vert

Arthur Turin :

  • Mitgründer, Gärtner
  • Master Wald- und Landschaftspflege ETH Zürich

Über das Jahr wird ein Beschäftigungsgrad von 80 % eingehalten. Die Löhne liegen allerdings bisher noch unter dem Niveau der Schweizer Medianlöhne und ein Teil der Investitionen wurde auf Kosten der Löhne getätigt. Jeder Gärtner bezieht im Minimum drei Ferienwochen pro Jahr.

Die Gemüseabonnemente konnten in drei Schritten auf 60 angehoben werden: Die ersten 20 Abos bestellten Personen aus dem engeren Freundeskreis der Vereinsgründer, die nächsten 20 Abonnenten konnten dank Werbung, Flugblättern und Zeitungsartikeln über den Verein gewonnen werden und die letzten 20 Abonnements bestellten mehrheitlich Bewohnerinnen und Bewohner von Bussigny, die beim Vorübergehen vom Verein Kenntnis genommen haben.

Auf den sozialen Netzwerken Facebook und Instagram wird aktiv kommuniziert.

Der Verein hat Gesuche um Finanzierungshilfen verschickt. Insbesondere die Stiftung «Nature et Découverte» hat in der Folge eine Spende in der Höhe von CHF 20 000 für den Betriebsstart überwiesen.

Ein besonderer Fokus liegt auf einer umweltschonenden Produktion und der Erhaltung der Biodiversität, was sich u. a. im Verzicht auf Pflanzenschutzmittel niederschlägt. Zudem wurden verschiedene Förderstrukturen wie Steinhaufen, eine Aufsitzstange für Raubvögel und ein Brutkasten geschaffen. Die Gemüseproduktionsfläche ist von einer Wiese umgeben, wodurch Nützlinge maximal gefördert werden sollen.

Kennzahlen Jahr 2020
FLÄCHEN
Landwirtschaftliche Nutzfläche (LN) 1,5 ha
Gemüseanbaufläche
(Gemüsebeete mit Trittwegen, Freiland und geschützter Anbau)
5’100 m2
Anteil Gemüsebau an der LN 34 %
Anteil der geschützten Flächen (Tunnel) an der Gesamtgemüseanbaufläche 13 %
ARBEITSKRÄFTE
VZÄ Gemüsebau
(ohne Administration)
2,23 VZÄ
Gemüsebaufläche / VZÄ Gemüsebau 2’292 m2/VZÄ
WIRTSCHAFTLICHE KENNZAHLEN
Gemüsebauertrag / Gesamtertrag 100 %
EBITDA Garten / LN 5’100 CHF/ha
EBITDA Garten / VZÄ 3’438 CHF/VZÄ
WIRTSCHAFTLICHE KENNZAHLEN BEZOGEN AUF DIE GEMÜSEANBAUFLÄCHE
+ Produkte aus dem Gemüseanbau 15,26 CHF/m2
– Direktkosten Gemüsebau 5,49 CHF/m2
= Direktkostenfreier Ertrag Gemüsebau 9,77 CHF/m2
– Personalaufwand Gemüsebau 8,44 CHF/m2
– Sonstige Direktkosten Gemüsebau 1,61 CHF/m2

Datenblatt Businessmodell

Canvas

Schlüsselpartnerinnen und -partner

  • Mitglieder mit Ge-müseabonnement
  • Verpächter
  • Verlokurierinnen
Schlüsselaktivitäten

  • Gemüseanbau
Wertversprechen

  • Gemüse
  • Lieferung von Gemüsekörben
Kundenbeziehungen

  • Abonnemente (RVL)
  • Vereinsleben
  • Feldarbeitstage
  • Soziale Medien
Klientensegmente

  • Mehrheitlich Bewohnerinnen und Bewohner der Region Lausanne
Schlüsselressourcen

  • Landwirtschafts-fläche
  • Gärtner
  • Nähe zur Stadt Lausanne
Verteilkanäle

  • Lieferung in der Region Lausanne
  • Gemüsedepots
  • Kleinere Wo-chenmärkte
Strukturkosten

  • Löhne
Einkommensquellen

  • Jahresabonnemente Gemüse

Der Bewirtschafter zu den angestrebten Zielen

Bonjour,

……

Mme Jardin, Ferme xy

Projekte

  • Anzahl Abos von 63 auf 100 steigern
  • Obstgarten anlegen
  • Verarbeitungsateliers zur Veredlung der Gemüse
  • Pflanzenaufgüsse herstellen

Betriebsergebnis

BETRIEBSERGEBNIS SCHÄTZUNG FÜR 2020

ERSTES BETRIEBSJAHR

* EBITDA : Earnings before Interest, Taxes, Depreciation and Amortization
Gewinn vor Zinsen (finanzielle Erträge), Steuern, Abschreibungen auf Sachanlagen und Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände

Dieses Porträt wurde realisiert in Zusammenarbeit mit 

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