Projekt Beschreibung

Projekt «DigiPlanAlp»

Weiterentwicklung des Beratungsangebots auf Alpen

Das Projekt «DigiPlanAlp» soll national vereinheitlichte Beratungsgrundlagen zum Umgang mit Problempflanzen und der Verbuschung auf den Alpen ausarbeiten und diese in digitaler Form unter die Landwirtinnen und Landwirten sowie die Alpbewirtschaftenden bringen. Bestehende Merkblätter werden nach Pflanzengruppen dreisprachig vereinheitlicht, in einer Smartphone-Applikation dargestellt und mit kurzen Lernvideos ergänzt.

DigiPlanAlp

Kontext

Der Umgang mit Problempflanzen auf den Alpweiden hat im Alpweidemanagement und in der Beratung eine lange Tradition. Vieles wurde zu diesem Thema bereits in Form von Artikeln und Merkblättern publiziert. Für letztere haben die wichtigsten Organisationen für den Wissenstransfer – Agroscope, AGFF, FIBL und die AGRIDEA sowie die kantonalen Fachstellen – Material aus Wissenschaft und Praxis zusammengetragen.

2016 wurde der Leitfaden zum Umgang mit Problempflanzen und der Verbuschung in der Alpkontrolle eingeführt und damit verbunden auch verbindliche Schwellenwerte definiert, ab denen Massnahmen notwendig sind. Dies hat die Nachfrage nach Beratungsunterlagen für die Praxis verstärkt. Vielerorts hat sich herausgestellt, dass die vorhandenen Unterlagen nicht übersetzt und inhaltlich nicht koordiniert sind bzw. gewisse Aspekte sogar gänzlich fehlen.

Der bisherige Umgang mit Problempflanzen war oft von Herbizid-Einsätzen begleitet, die in der kantonalen Beratung unterschiedlich gehandhabt werden. Die bisherigen Beratungsunterlagen sind darauf ausgerichtet, mit Herbiziden zu arbeiten. Dabei wäre es sinnvoll, zuerst eine sorgfältige Analyse zu machen, ob dies auch tatsächlich sinnvoll ist. Ziel ist es, eine differenziertere Analyse vorzunehmen, um Herbizide gezielt und minimal einzusetzen.

Die technologischen Möglichkeiten im Wissenstransfer und in der Beratung haben sich im Zuge der Digitalisierung verändert. Alpbewirtschaftende sowie Landwirtinnen und Landwirte nutzen immer häufiger ihre Smartphones, um Informationen zu aktuellen Themen rund um die Alpwirtschaft ausfindig zu machen. Deshalb sind der Einsatz von Lernvideos, Grafiken und Bildern sowie die digitale Vernetzung von Wissen zentral für einen erfolgreichen Wissenstransfer.

Prozess

Das Projekt gliedert sich in zwei Schritte, die parallel realisiert werden:

1. Inhaltliche Koordination, Aktualisierung und Ausarbeitung der Merkblätter

  • Bestandesaufnahme des bisherigen Wissens zu fünf Pflanzengruppen
  • Redesign und inhaltliche Aktualisierung bestehender Merkblätter im Smartphone-Modus
  • Koordination zwischen FiBL, Agroscope, AGFF und der AGRIDEA sowie den Kantonen

2. Digitalisierung, Übersetzung und Videoproduktion

  • Neue Darstellung und Visualisierung in der AGRIDEA-App
  • Videoproduktion zum Umgang mit den ausgewählten Problempflanzen (4 bis 5 Minuten)
  • Website www.patura-alpina.ch mit Filmen und digitalen Merkblättern
  • Übersetzung und Netzwerkarbeit für die Verbreitung im Landwirtschaftlichen Wissenssystem)

Lernvideo: Regulierung des Weissen Germer

Lernvideo: Regulierung der Alpenblacke

Mandat
Beratungsmandat im Auftrag des Bundesamtes für Landwirtschaft (BLW)

Resultat
Digitale Merkblätter auf Smartphone-App, Lernvideos auf patura-alpina.ch und den YouTube-Kanälen von FiBL und der AGRIDEA

Projektdauer und Budget
2018 – 2019
CHF 90 000.–

Verantwortlich
Daniel Mettler

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