Wasserretention: Infiltration und Speicherung im Boden

Niederschläge laufen entweder als Oberflächengewässer ab oder versickern in den Boden. Geeignete Massnahmen tragen dazu bei, dass Niederschläge auch tatsächlich vom Boden aufgenommen werden können. Bei Verschlämmung und Verdichtung der Oberfläche geht oberflächig ablaufendes Niederschlagswasser den Pflanzen verloren und kann zu Bodenzerstörung durch Erosion und zu Überschwemmungen führen.

Nur ein wasserhaltiger Boden kann chemisch verwittern, den Pflanzenwurzeln Nährstoffe in gelöster Form bereitstellen und damit das Pflanzenwachstum fördern. Massnahmen wie Bodenbedeckung, schonende Bodenbearbeitung, Versickerungsgräben, Keyline Design, Agroforst und Humusaufbau fördern die Wasserinfiltration in den Boden und tragen so zu einer Verbesserung des Wasser- und Bodenmanagements bei.

Informationen und Massnahmen

Informationen und Massnahmen

Hier finden Sie Massnahmenkataloge, Literatur, Videos, Podcasts und Infos zu Projekten zum Thema Wasserretention aus dem In- und Ausland.

Versickerungsgräben / Swales

Versickerungsgräben / Swales

Versickerungsgräben bremsen das Wasser im Hang und geben ihm so Zeit, in den Boden zu versickern. Häufig werden sie in Kombination mit Hecken, Agroforst oder einem ganzen Keyline Design angelegt. Es gibt unterschiedliche Graben-Formen. Bild: AGRIDEA

Schonende Bodenbearbeitung

Schonende Bodenbearbeitung

Eine schonende Bodenbearbeitung nimmt Rücksicht auf das Bodenleben und die Bodenstruktur, um eine gute Wasserinfiltration zu gewährleisten. Verdichtung und Verschlämmung werden vermieden. Bild: AGRIDEA

Agroforst

Agroforst

Bäume sind ein wesentlicher Faktor, wenn es um die Kühlung und Erhaltung von Wasserkreisläufen geht. Sie kommen in Obstgärten, in Kombination mit Weiden, Keylines oder entlang von Versickerungsgräben vor. Bild: AGRIDEA

Keyline design

Keyline design

Keyline ist ein ganzes System von Gräben mit oder ohne Bepflanzung entlang von Höhenlinien. Die Gräben können überschüssiges Wasser bei starken Niederschlägen, das nicht in den Boden infiltriert, in Wasserbecken zur Zwischenspeicherung oder zum Endverbrauch leiten. Bild: AGRIDEA

Bodenbedeckung

Bodenbedeckung

Ein bedeckter Boden ist wesentlich kühler als eine unbedeckte Oberfläche und ist vor starker Erosion geschützt. Die Umgebungstemperatur kühlt ab und Wasser bleibt durch die Transpiration der Pflanzen im lokalen Kreislauf. Eine gute Bodenbedeckung kann durch loses Material wie Mulch oder durch wachsende Pflanzen in Unter- oder Zwischensaaten erreicht werden. Bild: AGRIDEA

Humusaufbau

Humusaufbau

Humus ist ein guter Wasserspeicher im Boden und erhöht die Bodenfruchtbarkeit. Verschiedene Massnahmen tragen dazu bei, Humus aufzubauen. Bild: LID

Fragmentiertes Zweigholz

Der obersten Bodenschicht werden zerkleinerte Zweige zugegeben, um die Bodeneigenschaften zu verbessern und ie organische Substanz anzureichern.

Planungsprozess

Bei der Umsetzung von Wasserretentionsmassnahmen wird die Landschaft zum Teil umgestaltet. Für die Schaffung wirksamer Schwammlandschaften werden folgende Schritte empfohlen:

  1. Entscheidungen im Hinblick auf die Ziele bewerten. Die Ziele können vielfältige Aspekte beinhalten wie Umgang mit Trockenheit, Starkniederschlägen. Biodiversität, Wasserqualität und die gesellschaftliche Entwicklung.
  2. Massnahmen für verschiedene meteorologische Ereignisse konzipieren. Die Dauer und Stärke von Dürren und Niederschlägen sowie der Zustand kurz vor dem Ereignis (trockene oder feuchte Bedingungen) beeinflussen die Wirkung der Massnahmen.
  3. Boden und Wasser als Leitprinzip für die Raumplanung berücksichtigen. Eine widerstandsfähige Landschaft, die Dürren und Starkniederschlägen widersteht, vermindert das Risiko von Schäden.
  4. Auf Landschaftsebene arbeiten. Einzelmassnahmen könne lokal wirken, beeinflussen die Klimaresilienz auf einer grösseren Ebene jedoch wenig.
  5. Gemeinsam mit vielen Interessengruppen arbeiten und diese früh einbinden. Sie treffen private und öffentliche Entscheidungen und sind von diesen betroffen. Planungs- und Umsetzungsprozesse können nur zusammen mit allen Stakeholdern erfolgreich und zufriedenstellend entwickelt werden.

Quelle: SpongeScapes, Policy Brief

Mitarbeit

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