{"id":43,"date":"2018-06-04T13:40:02","date_gmt":"2018-06-04T13:40:02","guid":{"rendered":"http:\/\/ozzlorvo.preview.infomaniak.website\/pfo\/?page_id=43"},"modified":"2019-06-30T11:09:43","modified_gmt":"2019-06-30T11:09:43","slug":"evaluation-der-partizipation-von-frauen-im-sbv","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/agripedia.ch\/pfo\/ueberblick-ueber-die-massnahmen\/evaluation-der-partizipation-von-frauen-im-sbv\/","title":{"rendered":"Evaluation der Partizipation von Frauen im SBV"},"content":{"rendered":"<h1>Evaluation der Frauenbeteiligung im Schweizer Bauernverband (SBV)<\/h1>\n<h3>Ziele und Aktivit\u00e4ten<\/h3>\n<p>Bisher fehlte ein \u00dcberblick \u00fcber die Beteiligung der Frauen im SBV. Daher wurde im Rahmen dieser Pilotmassnahme eine\u00a0Bestandsaufnahme der Beteiligung von Frauen in Vorst\u00e4nden auf kantonaler Ebene sowie f\u00fcr einzelne Kantone auf regionaler Ebene bzw. auf Ebene der Fachkommissionen durchgef\u00fchrt. Ausserdem wurden engagierte Frauen interviewt, um mehr \u00fcber ihre Beweggr\u00fcnde, ihr Erleben und die Perspektiven f\u00fcr ihr Engagement zu erfahren\u00a0sowie f\u00f6rdernden und hindernden Faktoren f\u00fcr die Beteiligung von Frauen in landwirtschaftlichen Gremien genauer auf den Grund zu gehen.<\/p>\n<h3>Methoden<\/h3>\n<ul>\n<li>Erhebung der aktuellen Beteiligung von Frauen im SBV (kantonal sowie f\u00fcr einzelne Kantone regional bzw. auf Ebene Fachkommissionen)<\/li>\n<li>Durchf\u00fchrung von qualitativen Interviews (Leitfaden) mit Frauen, die auf kantonaler Ebene im SBV engagiert sind<\/li>\n<\/ul>\n<h3>Erfolgsfaktoren<\/h3>\n<ul>\n<li>Zweck &amp; Ziele kl\u00e4ren: Welche Erkenntnisse soll uns die Erhebung bringen?<\/li>\n<li>passende Methodenwahl<\/li>\n<li>sich ausreichend Ressourcen f\u00fcr die Durchf\u00fchrung sichern<\/li>\n<li>gute Verankerung der Massnahme in der betroffenen Organisation<\/li>\n<li>sich rechtzeitig R\u00fcckhalt f\u00fcr Folgemassnahmen verschaffen<\/li>\n<li>Im eher konservativen Umfeld der landwirtschaftlichen Organisationen ist ein Vorgehen in kleinen Schritten erfolgsversprechender.<\/li>\n<\/ul>\n<h3>Stolpersteine<\/h3>\n<ul>\n<li>Falsche Erwartungen: Das Ergebnis von Erhebungen ist ein Bericht, der \u00dcberblick gibt. Was draus gemacht wird, ist offen.<\/li>\n<li>Mit der Analyse sind noch keine konkreten Massnahmen umgesetzt.<\/li>\n<li>F\u00fcr eine Ver\u00e4nderung braucht es die Bereitschaft, aktiv zu werden und konkrete Schritte zu setzen.<\/li>\n<\/ul>\n<h2>Die wichtigsten Ergebnisse im \u00dcberblick<\/h2>\n<p>Die Ergebnisse der Bestandsaufnahme geben einen Eindruck vom aktuellen Stand der Frauenbeteiligung im SBV und vermitteln einen Einblick in die Erfahrungen und Sichtweisen von Frauen, die in Vorst\u00e4nden von Organisationen des SBV engagiert sind. Ausserdem ergeben sich daraus Ansatzpunkte f\u00fcr konkrete Massnahmen, die dazu beitragen k\u00f6nnen, die Frauenbeteiligung in den Vorst\u00e4nden des SBV zu erh\u00f6hen.<\/p>\n<h3><strong>Was verhindert ein Engagement von Frauen?<\/strong><\/h3>\n<ul>\n<li><strong>Auf individueller Ebene<\/strong> werden fehlender Mut, fehlendes Selbstvertrauen und fehlendes Bewusstsein f\u00fcr das eigene Potenzial genannt. Wenn Frauen Fachwissen, wie betriebs- und produktionstechnisches Wissen, und Erfahrungen fehlen, dann sehen sie keine Legitimation f\u00fcr ein Amt. Zudem steht ein m\u00f6gliches Engagement in Konkurrenz mit anderen Freizeitangeboten.<\/li>\n<li><strong>Auf famili\u00e4rer Ebene<\/strong> sind es vor allem kleine Kinder, die fehlende Unterst\u00fctzung durch die Familie oder ein Engagement des Mannes, die ein Engagement verhindern.<\/li>\n<li><strong>Als betriebliche Faktoren<\/strong> wurden fehlende Zeit bzw. fehlendes Geld \u2013 und damit verbunden die Notwendigkeit eines Nebenerwerbes \u2013 sowie die zeitliche Belastung durch eine Hof\u00fcbernahme (vor allem bei j\u00fcngeren Frauen\/Familien) genannt.<\/li>\n<li>Zu den\u00a0<strong>gesellschaftlichen Faktoren <\/strong>z\u00e4hlen der Wandel hinsichtlich ehrenamtlicher Arbeit, bestehende Rollenvorstellungen und -zuschreibungen sowie die negative Bewertung von engagierten Frauen.<\/li>\n<li>Auf <strong>Ebene der Organisationen<\/strong>\u00a0sind Gleichstellung und Chancengleichheit in der Regel kein Thema<strong>. <\/strong>Delegationsmechanismen f\u00fchren dazu, dass von den wenigen Frauen, die auf regionaler Ebene vertreten sind, noch weniger auf h\u00f6herer Ebene ankommen. Erw\u00e4hnt wurde auch das fehlende Engagement der Branchen f\u00fcr eine h\u00f6here Frauenbeteiligung.<\/li>\n<li>Zudem setzt die <strong>Arbeitsaufteilung<\/strong> <strong>zwischen den Organisationen<\/strong> die traditionelle Rollen- bzw. Themenaufteilung auf dem Betrieb tendenziell fort. Frauen sind teilweise aufgrund ihrer Funktion bei der B\u00e4uerinnen-Vereinigung im Vorstand des Bauernverbands. Sie verstehen sich damit als Vertreterinnen der B\u00e4uerinnen im SBV und setzen sich vor allem f\u00fcr traditionell den Frauen zugeordnete Themen ein.<\/li>\n<li>Die\u00a0<strong>unterschiedliche finanzielle Situation der Organisationen<\/strong>\u00a0f\u00fchrt ausserdem dazu, dass Frauen f\u00fcr ihr Engagement auch finanziell eine andere Ausgangslage vorfinden. Nicht entlohnte Milizarbeit erschwert es \u2013 aus finanzieller Sicht \u2013 Engagement, Familie und Betrieb miteinander zu vereinbaren und wirkt sich auch auf die M\u00f6glichkeiten der Frauen aus, sich in Netzwerken einzubringen und ihr Netzwerk zu erweitern.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Insgesamt f\u00e4llt auf, dass\u00a0<strong>bestehende Strukturen und Verh\u00e4ltnisse eher weniger hinterfragt<\/strong>\u00a0und nur wenige Massnahmen ergriffen werden, um Strukturen und Abl\u00e4ufe so anzupassen, dass Frauen die Beteiligung im Gremium bzw. in der Organisation erleichtert wird. Ein solches Umfeld ermuntert eher nicht dazu, sich zu exponieren und gr\u00f6ssere Ver\u00e4nderungen anzustossen. Realistischer erscheint ein Vorgehen in kleinen Schritten.<\/p>\n<h3><strong>Was f\u00f6rdert das Engagement von Frauen?\u00a0<\/strong><\/h3>\n<p>Massnahmen, die\u00a0<strong>bei den Frauen<\/strong>\u00a0ansetzen:<\/p>\n<ul>\n<li>Frauen ermutigen, unterst\u00fctzen und ihr Engagement wertsch\u00e4tzen<\/li>\n<li>ihr Selbstvertrauen und ihr Durchsetzungsverm\u00f6gen st\u00e4rken<\/li>\n<li>Frauen die positiven Seiten des Engagements aufzeigen<\/li>\n<li>die Vernetzung von Frauen unterst\u00fctzen bzw. f\u00f6rdern<\/li>\n<\/ul>\n<p>Massnahmen, die<strong> bei den Organisationen<\/strong> ansetzen:<\/p>\n<ul>\n<li>Frauen direkt ansprechen<\/li>\n<li>Sitzungszeiten anpassen<\/li>\n<li>den (weiblichen) Nachwuchs aktiv f\u00f6rdern<\/li>\n<li>Frauen explizit zu Veranstaltungen einladen und den gesamten Betrieb als Mitglied f\u00fchren<\/li>\n<li>Auch strukturelle Massnahmen wie die Schaffung einer Frauenkommission k\u00f6nnen hilfreich sein.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Auffallend ist die durchg\u00e4ngige Ablehnung einer expliziten Frauenquote. Erfolgsversprechender sind <strong>implizite Quoten<\/strong>, wie sie \u2013 etwa mit fix reservierten Sitzen f\u00fcr Frauen oder Themen \u2013 bereits umgesetzt werden. Ein Ansatz k\u00f6nnte auch sein, <strong>die Rollenaufteilung im\u00a0<\/strong><strong>Vorstand<\/strong>\u00a0zu reflektieren und gemeinsam neu zu definieren. Dies w\u00fcrde allen Beteiligten Chancen er\u00f6ffnen und mehr Spielraum schaffen. Zudem k\u00f6nnte die aktive Bewerbung der\u00a0<strong>Ausbildung zur Landwirtin<\/strong>\u00a0f\u00fcr Frauen allenfalls langfristig dazu beitragen, die Situation zu ver\u00e4ndern.<\/p>\n<p>Insgesamt ist davon auszugehen, dass im konservativ bzw. traditionell gepr\u00e4gten Umfeld der Frauen\u00a0<strong>Ver\u00e4nderungen vor allem in kleinen Schritten m\u00f6glich<\/strong>\u00a0sind und dieser Umstand bei Massnahmen f\u00fcr eine h\u00f6here Beteiligung von Frauen auch ber\u00fccksichtigt werden sollte. F\u00fcr den Erfolg ist es ausserdem wichtig, dass seitens der entscheidenden Akteure ein\u00a0<strong>Konsens \u00fcber die Notwendigkeit einer Ver\u00e4nderung und \u00fcber deren Ziele<\/strong>\u00a0besteht und dass die gew\u00e4hlten Massnahmen auch zur jeweiligen Organisation passen und damit Akzeptanz finden.<\/p>\n<p>Letztlich sind Gleichstellung und eine h\u00f6here Beteiligung von Frauen in Vorst\u00e4nden vor allem dann wirkungsvoll voranzubringen, wenn das Thema von F\u00fchrungspersonen als wichtig eingestuft wird, als Teil ihrer sozialen Verantwortung erkannt sowie in der Organisation positiv verankert ist und konkret gelebt wird. <strong>Daf\u00fcr braucht es insbesondere auch M\u00e4nner, die sich f\u00fcr Gleichstellung und Chancengleichheit in landwirtschaftlichen Organisationen einsetzen.<\/strong><\/p>\n<h3><strong>Hinweise &amp; Links<\/strong><\/h3>\n<p>Link zum Schlussbericht SBV: <a href=\"https:\/\/agripedia.ch\/pfo\/wp-content\/uploads\/sites\/9\/2019\/06\/Bericht_Pilotmassnahme-SBV_Endversion.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Bericht Pilotmassnahme SBV<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Evaluation der Frauenbeteiligung im Schweizer Bauernverband (SBV) Ziele und Aktivit\u00e4ten Bisher fehlte ein \u00dcberblick \u00fcber die Beteiligung der Frauen im SBV. 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