{"id":259,"date":"2018-08-10T15:42:57","date_gmt":"2018-08-10T13:42:57","guid":{"rendered":"http:\/\/ozzlorvo.preview.infomaniak.website\/pfo\/?page_id=259"},"modified":"2019-03-02T15:42:50","modified_gmt":"2019-03-02T15:42:50","slug":"rollen-hinterfragen-und-neu-definieren","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/agripedia.ch\/pfo\/weitere-hebel-und-ansatzpunkte\/rollen-hinterfragen-und-neu-definieren\/","title":{"rendered":"Rollen hinterfragen und neu definieren"},"content":{"rendered":"<h1>Rollen hinterfragen und neu definieren<\/h1>\n<p>Ein weit verbreiteter Hinderungsgrund f\u00fcr den Einstieg von Frauen in landwirtschaftliche Organisationen\u00a0sind bestehende Rollenvorstellungen und -zuschreibungen. Im eher konservativen landwirtschaftlichen Umfeld sind die Rollen, die Frauen zugestanden werden bzw. die Frauen von sich aus w\u00e4hlen und annehmen, h\u00e4ufig noch traditionell. Dies beginnt mit den Rollen und Zust\u00e4ndigkeiten in der Familie und setzt sich auf dem Betrieb fort. Hinzu kommt, dass ein Engagement von Frauen bzw. engagierte Frauen selbst zum Teil negativ bewertet werden. Dies tr\u00e4gt dazu bei, dass Frauen in landwirtschaftlichen Gremien ausserhalb der klassischen Frauenthemen kaum pr\u00e4sent sind.<\/p>\n<h3>Neue Modelle f\u00fcr Partnerschaft, Familie und Zust\u00e4ndigkeiten auf dem Betrieb<\/h3>\n<p>Rollen zu hinterfragen und Vorbilder f\u00fcr eine Neuverteilung von Rollen und Zust\u00e4ndigkeiten aufzuzeigen, ist also bereits auf Ebene der b\u00e4uerlichen Familien wichtig. Engagierte Frauen berichten, dass sie von ihrer Familie R\u00fcckhalt f\u00fcr ihr Engagement erhalten.\u00a0Teilweise nennen die Frauen Personen, die bei Bedarf aushelfen k\u00f6nnen \u2013 etwa eine Grossmutter, Betriebsangestellte oder Haushaltshilfen. Dennoch \u00e4ndert das Engagement in der Regel nichts an der klassischen Rollenaufteilung in der Familie und auf dem Betrieb. Damit sind es vor allem die Frauen, die mit der Herausforderung konfrontiert sind, Familie und Engagement miteinander zu vereinbaren.<\/p>\n<p>Wenn man aufzeigt, dass es auch anders gehen kann, wenn man Familienm\u00e4nner bzw. M\u00e4nner mit &#8222;neuen&#8220; (nicht-traditionellen) Rollen zu Wort kommen l\u00e4sst und ebenso\u00a0Frauen portr\u00e4tiert, die als Unternehmerin, Betriebsleiterin oder Leiterin eines Betriebszweiges ihre Frau stehen, k\u00f6nnten auch andere Frauen und M\u00e4nner dazu ermutigt werden, die bestehende Aufteilung der Rollen zu hinterfragen und neue Wege zu gehen. Das hiesse allerdings auch eine Abkehr von dem in den Medien vorherrschenden Bild der traditionellen b\u00e4uerlichen Familie. Vielmehr w\u00fcrde es darum gehen, aktiv neue Familienmodelle aufzuzeigen und in der Kommunikation und Werbung voranzustellen. Das w\u00e4re auch eine Chance, ein\u00a0offenes und modernes Bild der Landwirtschaft zu vermitteln. Die Entwicklung von Rollenbildern, welche ein ausgewogeneres Verh\u00e4ltnis von Frauen und M\u00e4nnern in landwirtschaftlichen Organisationen f\u00f6rdern, erm\u00f6glicht den Beteiligten eine h\u00f6here Vielfalt bei der Rollengestaltungen.<\/p>\n<h3>Engagierte Frauen als Vorbilder<\/h3>\n<p>Der Ansatz, engagierten Frauen eine B\u00fchne zu geben und Vorbilder aufzuzeigen, wurde bereits im Rahmen des Projekts PFO verfolgt. Die im Rahmen einer Pilotmassnahme umgesetzten Filme <a href=\"https:\/\/agripedia.ch\/pfo\/ueberblick-ueber-die-massnahmen\/lehrgang-engagement\/\">&#8222;Engagierte Frauen&#8220;<\/a>\u00a0heben das Engagement von Frauen hervor und motivieren andere Frauen, den vorgestellten Beispielen zu folgen. Die Filme behandeln vier zentrale Themen, die h\u00e4ufig Bremsen f\u00fcr das Engagement von Frauen darstellen und zeigen auf, wie engagierte Frauen damit besser umgehen k\u00f6nnen.<\/p>\n<h3><strong>Arbeitsaufteilung<\/strong> <strong>zwischen den Organisationen hinterfragen<\/strong><\/h3>\n<p>Die traditionelle Rollen- bzw. Themenaufteilung in den Familien und im Betrieb wird in der\u00a0Arbeitsaufteilung zwischen den landwirtschaftlichen Organisationen (namentlich mit der Trennung von Frauenorganisationen und stark von M\u00e4nnern dominierten Berufsorganisationen) tendenziell fortgesetzt.\u00a0Zudem f\u00fchrt die unterschiedliche finanzielle Situation der Organisationen dazu, dass Frauen f\u00fcr ihr Engagement auch finanziell eine andere Ausgangslage vorfinden. Nicht entlohnte Milizarbeit erschwert es \u2013 aus finanzieller Sicht \u2013 Engagement, Familie und Betrieb miteinander zu vereinbaren und wirkt sich auch auf die M\u00f6glichkeiten der Frauen aus, sich in bestehenden Netzwerken einzubringen und ihr eigenes Netzwerk zu erweitern.<\/p>\n<p>Es ist schon klar: Die Arbeitsaufteilung zwischen den Organisationen zu erneuern\u00a0ist grosser Schritt.\u00a0Zwischen den beiden Polen\u00a0\u201erasch und aktiv Ver\u00e4nderungen anstreben\u201c und \u201edie Ver\u00e4nderung kommt mit der Zeit von selbst\u201c ist diese Aufgabe wohl sehr nahe am erstgenannten Pol anzusiedeln. Dazu braucht es\u00a0Mut und ein ver\u00e4nderungsfreudiges Umfeld. Unm\u00f6glich ist es nicht, wie die <a href=\"https:\/\/agripedia.ch\/pfo\/ueberblick-ueber-die-massnahmen\/aufarbeitung-fusionsgeschichte-lbv\/\">Fusion zum Luzerner B\u00e4uerinnen- und Bauernverband LBV<\/a> aufzeigt. Und zugleich l\u00e4sst sich von dieser Fusion einiges f\u00fcr kommende \u00e4hnliche Vorhaben lernen.<\/p>\n<p><em>Und wenn wir schon beim Thema sind: Hinterfragen k\u00f6nnte man auch die Aufteilung der landwirtschaftlichen Berufsbildung in &#8222;Landwirt\/Landwirtin&#8220; und\u00a0&#8222;B\u00e4uerin\/b\u00e4uerlicher Haushaltsleiter&#8220;. Denn auch wenn die beiden Bildungswege grunds\u00e4tzlich beiden Geschlechtern offen stehen, so f\u00fchren die bestehenden Rollenvorstellungen dazu, dass Frauen nicht sehr oft zu Landwirtinnen werden und sich bisher praktisch kein Mann zum <\/em><em>b\u00e4uerlichen Haushaltsleiter ausbilden liess &#8211; mit Folgen f\u00fcr das Engagement von Frauen in landwirtschaftlichen Organisationen.<\/em><\/p>\n<h3>Rollen und Aufgaben im Vorstand im Fokus<\/h3>\n<p>Ein erfolgsversprechender Ansatz k\u00f6nnte auch sein, <b>die Rollenverteilung\u00a0im\u00a0<\/b><strong>Vorstand<\/strong>\u00a0zu hinterfragen und gemeinsam neu zu definieren. Dies w\u00fcrde nicht nur f\u00fcr die Frauen, sondern f\u00fcr die beteiligten\u00a0M\u00e4nner Chancen er\u00f6ffnen und ihnen mehr Spielraum verschaffen. Aktuell wird die Bedeutung von Fachwissen f\u00fcr ein Engagement sowohl von Gremienmitgliedern als auch von vielen\u00a0 Frauen hoch eingesch\u00e4tzt. Fehlen aufgrund anderer Ausbildungswege und Zust\u00e4ndigkeiten spezifisches Fachwissen und Erfahrungen, so f\u00fchlen sich besonders Frauen oft nicht f\u00fcr ein Amt legitimiert.<\/p>\n<p>Nur wenige Frauen sind ausgebildete Landwirtinnen und ihre Zust\u00e4ndigkeiten auf dem Hof sind meist noch &#8222;klassisch&#8220; in Haushalt, Kinderbetreuung\u00a0und Garten. Damit fehlt den Frauen (vermeintlich) betriebs- und produktionstechnische Wissen und sie bringen sich zu diesen Fragen kaum ein. Die Bedeutung dieses Wissen wird aber gerade f\u00fcr die Vorstandsarbeit in landwirtschaftlichen Organisationen sehr hoch eingesch\u00e4tzt. Es herrscht die Meinung vor,\u00a0 insbesondere die Pr\u00e4sidentin oder der Pr\u00e4sident sollte hier kompetent sein.<\/p>\n<p>Doch muss das zwingend so sein? Nicht alle Kompetenzen m\u00fcssen in der Person der Pr\u00e4sidentin oder des Pr\u00e4sidenten vereint sein. Vorstandsmitglieder bringen unterschiedliche fachliche und soziale bzw. pers\u00f6nliche Kompetenzen ein und k\u00f6nnten einander gut erg\u00e4nzen. Eine offene Diskussion der Rollen und Kompetenzen im Vorstand k\u00f6nnte dabei helfen, Aufgaben neu zu verteilen und Frauen\u00a0&#8211; wie M\u00e4nnern &#8211; das Engagement erleichtern. Vorstandsarbeit als Teamarbeit, in der sich jede und jeder mit den eigenen Kompetenzen gut einbringen und weiterentwickeln kann: Das w\u00e4re ein f\u00fcr alle gewinnbringender und vor allem auch motivierender Weg, der mehr Frauen zu einem Engagement in landwirtschaftlichen Gremien ermutigen k\u00f6nnte.<\/p>\n<h3>Links zu konkreten Angeboten, die weiterhelfen:<\/h3>\n<p><strong>Ausbildungsangebot in der Landwirtschaft:<\/strong><br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.agri-job.ch\/de\/oda-agrialiform\/oda-agrialiform.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Organisation der Arbeit AgriAliForm<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.agri-job.ch\/de\/berufsprofile\/landwirt-in.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Ausbildung zum Landwirt\/zur Landwirtin<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.agri-job.ch\/de\/hoehere_berufsbildung\/b\u00e4uerin.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Ausblidung zur B\u00e4uerin\/zum B\u00e4uerlichen Haushaltleiter<\/a><\/p>\n<p><strong>Angebote von Agridea:<\/strong><br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.agridea.ch\/de\/projekte-begleiten\/arbeitsmethodik\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Angebote der AGRIDEA im Bereich Organisationsentwicklung<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Rollen hinterfragen und neu definieren Ein weit verbreiteter Hinderungsgrund f\u00fcr den Einstieg von Frauen in landwirtschaftliche Organisationen\u00a0sind bestehende Rollenvorstellungen und -zuschreibungen. Im eher konservativen landwirtschaftlichen Umfeld sind die Rollen, die Frauen zugestanden werden bzw. die Frauen von sich aus w\u00e4hlen und annehmen, h\u00e4ufig noch traditionell. Dies beginnt mit den Rollen und Zust\u00e4ndigkeiten in der Familie  [&#8230;]<\/p>\n","protected":false},"author":15,"featured_media":0,"parent":45,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"_sb_is_suggestion_mode":false,"_sb_show_suggestion_boards":false,"_sb_show_comment_boards":false,"_sb_suggestion_history":"","_sb_update_block_changes":"","_monsterinsights_skip_tracking":false,"_monsterinsights_sitenote_active":false,"_monsterinsights_sitenote_note":"","_monsterinsights_sitenote_category":0,"footnotes":""},"class_list":["post-259","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/agripedia.ch\/pfo\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/259","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/agripedia.ch\/pfo\/wp-json\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/agripedia.ch\/pfo\/wp-json\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/agripedia.ch\/pfo\/wp-json\/wp\/v2\/users\/15"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/agripedia.ch\/pfo\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=259"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/agripedia.ch\/pfo\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/259\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1224,"href":"https:\/\/agripedia.ch\/pfo\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/259\/revisions\/1224"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/agripedia.ch\/pfo\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/45"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/agripedia.ch\/pfo\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=259"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}